Abwrackprämie

Ich finds ungeheuerlich wie die Politik zur Zeit unser Steuergeld aus dem Fenster wirft und dabei nur die Autoindustrie begünstigt. U.a. auch deshalb kann ich die Opelaner nur schlecht verstehen, denn auch Opel wird momentan doch schon wild subventioniert.

Wie kann man in einem „Konjunkturpaket“ etwas auflegen, das nur einen einzigen Industriezweig und einen ganz bestimmten Kreis der Menschen in diesem Land dermaßen begünstigt? Und damit nicht genug, mit dieser Maßnahme SCHADET man einigen Unternehmen sogar massiv: Den Gebrauchtwagenhändlern, den freien Schrauberwerkstätten, den Schrotthändlern …

Unser Auto ist z.B. noch nicht alt genug für diese Art der Subvention, hat erst 6 Jahre auf dem Buckel. Aber ich würde dieses Wegwerfverhalten eh nicht mitmachen. Bei manchen Autos, die in die Presse kommen, könnte einem das Herz bluten – sooo schön sehen sie noch aus und so ok sind sie vermutlich auch noch. WAS für eine Wegwerfmentalität!

Nee, nee – *kopfschüttel* – da hätte man besser die Idee mit den 500 EURO in die Hand jeden Bürgers verwirklicht, dann hätte wenigstens jeder Industriezweig etwas davon gehabt. Der eine hätte vielleicht Möbel, der andere Kleidung, Geschirr, technische Geräte, oder sonstwas gekauft.
Aber diesen Riesenbetrag, der uns ALLE mit Schulden belastet, nur auf AUTOS zu fokussieren, ist eine Unverschämtheit!

Und nun auch noch eine Verlängerung dieses Unsinns, nach dessen Auslaufen eh alles wieder in den Keller geht. Vielleicht sollte man das Desaster um die Online-Reservierung als Zeichen betrachten …
Mit einem Strohfeuer lässt sich nun mal keine Wirtschaft stabilisieren.

Nicht zu fassen!

Die Demos von „Wir zahlen nicht für eure Krise“ müssen sich noch erheblich ausweiten und intensivieren. Eigentlich müssten da bei den nächsten Aktionen ALLE auf die Straße! Aber da brauchts Veranstaltungen in der Nähe der Bürger – also in fast jeder Stadt, damit z.B. auch die Älteren, die nicht mehr so mobil sind, daran teilnehmen könnten.

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2 Gedanken zu „Abwrackprämie

  1. Wolfgang aus Greifswald sagt:

    Moin liebe Ulinne,
    den meisten Dreck, den ein Auto erzeugt, der enststeht bei der Herstellung des Autos. Als umweltgerecht denkender Mensch kann ich nur sagen: „Fahrt Eure Autos, solange sie langzeitstabil und ohne größere Werkstattkosten ihren Dienst tun.“
    Mein altes Auto hab ich 260.000 km gefahren und ich hätte es auch noch nicht verkauft, wenn ich nicht wegen des Kindes ein etwas größeres Auto (Kombi) gebraucht hätte.
    Das war ein 3er Golf mit der ersten TDI- Maschine. 4,3Liter im Sommer war kein Problem, und das bei normaler Fahrweise. Das war das beste Auto, das ich jemals hatte. Mein jetziges braucht einen Liter mehr, verbraucht Öl, hatte schon diverse Malaisen, die beim 3er kein Thema waren. Trotzdem: der muß, bevor ich ihn außer Dienst stelle eine 3 vorne zeigen, d.h. 300000km.
    Das Strohfeuer bei den Autohändlern geht spätestens im Sommer aus und wird einem großen Katzenjammer weichen.
    Und Du hast recht, liebe Ulrike, es ist ein Rausschmeißen von Steuergeldern, ein unnötiges Vernichten eigentlich noch sehr guter Autos, das einem in der Seele wehtut.
    LGr aus der schönsten Hansestadt am Ryck vom Wolfgang 😉

  2. Ulrike/Ulinne sagt:

    Tja, Wolfgang, manche Leute scheinen bei Ihrer Prämien-Ergatterungs-Wut zudem auch noch ziemlich dumm zu sein. Manches der Autos sei – wenn man es verkauft hätte – viel mehr wert gewesen als diese 2.500,-EUR, sagte der ein oder andere Schrotthändler in die TV-Kameras.

    Aber schitegal – Hauptsache, man hat eine Prämie vom Staat gegrabscht …

    Und – apropos „Strohfeuer“ – dass unsere Politiker nicht umbedingt immer die Weitsichtigsten sind, wissen wir ja. Dies ist ein Wahljahr!
    Dumm nur, dass die Mehrheit der Menschen im Land KEIN altes Auto zu verschrotten haben und vermissen müssen, dass auch sie ein Stück vom Kuchen abbekommen.

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