Alles für die Forschung

Ich schau mir gern Dokumentationen an. Auch Sendungen über Tiere.
Eigentlich finde ich die meisten sehr schön, aber an den Stellen, wo Biologen/Wissenschaftler Tiere in absoluten Stress versetzen (jagen), betäuben, einfangen und sie dann mit Ohrmarken beknipsen oder mit dicken Sende-Halsbändern bestücken, hört für mich der Spaß meist auf.

Eben z.B. im NDR:

Expeditionen ins Tierreich
Der Harz – Dunkler Wald und lichte Höhen

Da muss nun eine (relativ kleine) Wildkatze ihr Leben mit diesem dicken Halsband und beidseitig mit Ohrmarken verunstaltet verbringen:

tierforschung
(Fix mal vom Bildschirm aufgenommen, deshalb so unscharf, aber ich glaube, man sieht, was ich meine …)

Ist ja alles schön und gut: Nur was man kennt und liebt, schützt man auch. Ich verstehe ja, dass man über die Tiere so viel wie möglich erfahren will, um dann möglichst viele Menschen darüber zu informieren.

Aber nicht jeder Zweck heiligt für mich jedes Mittel. Diese Katze z.B. ist allerhöchster Wahrscheinlichkeit nach ziemlich reviertreu. Von daher kann man wertvolle Erkenntnisse mit Sicherheit auch gewinnen, indem man sich (mit oder ohne Kamera) einfach auf die Lauer legt. Man muss dem armen Tier nicht dieses Monstrum um den Hals legen, mit dem es im schlechtesten Fall auch irgendwo hängen bleiben könnte. Und man muss auch nicht gleich beide Ohren mit diesen Marken zukleistern.

Meine Oma sagte immer: Man kan’k ouk üoverdrieven …

8 Gedanken zu „Alles für die Forschung

  1. Sunny sagt:

    Guten Abend, liebe Ulrike,

    oja, du sprichst mir total aus dem Herzen. Ich hab den Film auch gesehen und hatte das gleiche Empfinden dabei. Ich hasse die Menschen, die sowas tun im Namen der Wissenschaft, und auch noch behaupten zum Wohle des Tieres. Was für ein Monstrum von Halsband und dann auch noch diese großen Ohrclips.
    So gerne ich Tiersendungen sehe, aber meistens vergeht mir die Freude dabei, wenn ich sehe, wie sich der Mensch wiedermal als Herrscher auf diesem Planeten aufspielt.

    (Danke für deine lieben Zeilen in meinem Blog, liebe Ulrike. Hab mich sehr darüber gefreut.)

    Einen schönen Abend wünscht dir
    Sunny 🙂

  2. Ulrike sagt:

    Ja, Sunny, das passt zu deiner Bemerkung von neulich, als du sagtest, in Tierfilmen müsstest du immer wegschauen, wenn Szenen gezeigt werden, in denen sich Tiere gegenseitig umbringen. Nur … das kann ich zwar auch nicht sehen, aber ich weiß, dass es notwendig ist, wenn alle satt werden sollen. Diese Forschung – wie sie während der letzten Jahrzehnte betrieben wird – ist SO NICHT nötig!

    Freut mich, wenn ich dich erfreuen konnte. 😉
    Ich wünsch dir auch einen schönen Abend –
    Ulrike

  3. Erwin sagt:

    Wieder ist ein Jahr vollbracht,
    und mein Gästebuch zu ungeahntem Leben erwacht,
    aus ganz Europa trafen Geburtstagsgrüße ein,
    ich scheine ja unheimlich wichtig zu sein.

    Und „Lieber Erwin“ werde ich von vielen genannt,
    mir scheint, einigen bin ich ziemlich unbekannt 😉
    recht herzlich bedank ich mich bei ALLEN, ohne Frage,
    nur — für mich ist das viele Schreiben eine elende Plage.

    Herzlichen Dank, liebe Grüße und eine schöne Woche

    Euer „Lieber Erwin“

  4. Streunende Wölfin sagt:

    Hallo liebe Ulrike,

    auch mir sprichst du damit aus der Seele.

    Nein – das muss wirklich nicht sein – wie dein Foto deutlich zeigt …

    und wenn es bei Tier- oder Natursendungen, oder auch bei fiktiven Filmen (darüber hab ich es heut kurz in meinem Blog geschrieben) den Tieren an den Kragen geht, hört’s bei mir auch auf …

    Mal wieder ein ganz lieber Gruß an dich, und einen Extra-Krauler für Emma 🙂 🙂

    die Streunende

  5. Iris sagt:

    Da kann ich Dir nur zustimmen. Da passt wieder der Satz: „Das Gegensteil von gut ist gut gemeint.“ Diese Forscher schießen leider oft über das Ziel hinaus, obwohl ihr Absichten durchaus gut sind (hoffe ich doch zumindest).
    Ich wünsche Dir auch eine schöne Woche, einen Teil haben wir ja schon geschafft.

    Liebe Grüße
    Iris

  6. Elke sagt:

    Hallo Ulrike,
    da sprichst du mir ebenfalls aus dem Herzen. Ich krieg immer die Krise, wenn ich sehe, wie wilde Tiere für solche Markierungen mit dem Gewehr betäubt werden, oft sogar mehrmals. Manchmal sehe ich den Nutzen ein, aber keineswegs immer.
    Trotzdem sehe ich mir Tierreportagen auch sehr gerne an.
    Lieben Gruß
    Elke

  7. Dagmar sagt:

    Hallo Ulrike,
    ich habe Verständnis das Forscher schon mal kleine Sender anbringen,wenn es denn helfen soll Kenntnisse zu erlangen, die für die Tiere von Vorteil sind. Aber dieses Halsband finde ich höchst gefährlich und störend. Die Wildkatze kann sich damit verfangen und zu Tode kommen, sowas ist unverantwortlich.
    LG Dagmar

  8. Baltrum sagt:

    „Man kan’k ouk üoverdrieven … “

    Ich sehe das genau so. Ich habe Verständnis dafür, dass man das Leben der Tiere erforschen möchte, allerdings sollten die Methoden bzw. die verwendeten Instrumente verbessert werden. Kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die Wildkatze sich nicht eingeschränkt fühlt oder merkt der Häftling mit der Eisenkugel (habe zu viele alte Western gesehen) am Bein die Kugel irgendwann auch nicht mehr.

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