Atomkraft voraus …

Gegen die Nutzung von Atomkraft zu sein hat absolut garnichts mit Ideologie zu tun. Trotzdem wird den Gegnern von den Befürwortern immer wieder vorgeworfen, ideologisch zu denken.
Was für ein Quatsch!

Anders herum wird ein Schuh daraus:
Die Befürworter denken kurzsichtig, nur auf den aktuellen, schnellen Vorteil und Profit bedacht, rücksichtslos. Wenn man die Fakten endlich ehrlich anschauen/zugeben und berücksichtigen würde und weniger korrupt und gierig wäre, hätte man sich längst von dieser gefährlichen Technologie abgewandt und würde sie nicht noch als umweltfreundlich und preiswert verkaufen.

Diese Laufzeitverlängerung der AKWs halte ich für kriminell, und ich bin gespannt, wer von den Protagonisten nach seiner Politiker-Karriere in die Energiewirtschaft zu einem der 4 großen Player wechseln wird …

Bei der gestrigen Bundestagsdebatte zum neuen Atom-Konsens mit den Energie-Giganten habe ich ein Argument der Gegner der Laufzeitverlängerungen vermisst – so wie ich es in der Debatte um die Nutzung um Atomkraft immer wieder vermisse: Den Menschen wird viel zu wenig die Dimension um Zeiträume veranschaulicht, damit sie begreifen, dass die heutigen Entscheidungsträger mit ihrer lächerlich geringen Lebensspanne niemals Verantwortung für eine Technologie übernehmen können, deren Abfallprodukte Millionen von Jahren gefährlich strahlen können, und für die es bis jetzt auch noch kein wirklich sicheres Endlager gibt. Dabei kommt es mir nicht mal auf die Unmengen an Geld an, die das Ganze die Völker noch kosten wird – von „preiswert“ kann letztendlich keine Rede sein.

Man muss sich doch nur einmal die Zeiträume vor Augen führen, zu denen wir auf der Zeitleiste der menschlichen Existenz ein paar Daten haben, und sich dann vorstellen, dass die gefährliche Strahlung um ein Vielfaches länger andauern wird.

–> Nehmen wir einmal die Neandertaler. Sie starben vor ca. 30.000 Jahren aus. Kommt uns vor, als sei das sehr, sehr lange her, nicht wahr?
Ist jedoch nichts gegen die Zeit, die viele atomare Abfälle in Zukunft noch gefährlich strahlen werden.

–> Die letzte Eiszeit gab es vor ca. 10.000 Jahren . Auch das erscheint uns unwahrscheinlich lange her, oder? Man kann sich heute doch kaum noch vorstellen, dass es in vielen Regionen dieser Erde einmal kilometerdicke Eisschichten über dem Erdboden gab …

–> Die Pyramiden in Ägypten, Pharaonen-Gräber also, wurden vor etwa 5000 Jahren erbaut. (Mal grob eingeordnet, um einen ungefähren Punkt auf der Zeitleiste zu haben, das muss pro Grab natürlich differenzierter betrachtet werden …)
Lange her?
Ach was, diese Zeit ist im Vergleich zu dem Zeitraum, in dem radioaktiver Abfall strahlt, nur ein Klacks.

–> Jesus von Nazareth, auf dessen Leben und Wirken sich das Christentum begründet, ist vor ca. 2000 Jahren von den alten Römern an einem Kreuz hingerichtet worden. Ist es nicht, als wäre das gestern gewesen, wenn man es mit der Zeitspanne der gefährlichen atomaren Strahlung vergleicht?
Warum kommt es uns dann nur so lange her vor?

–> Das Mittelalter – vor ca. 500 Jahren – braucht man in diesem Zusammenhang eigentlich garnicht mehr zu erwähnen, denn das liegt – gemessen an diesen Wahnsinns-Zeiträumen, die atomare Abfälle benötigen, um ihre gefährliche Strahlung zu verlieren – ja quasi nur ein Sekündchen zurück.

Mensch Meier, wann erkennen diese größenwahnsinnigen Politiker und Konzern-Protagonisten endlich, dass sie da über etwas entscheiden, das sie in ihrer popelig kleinen Lebensspanne niemals verantworten können? Da können sie heute noch so viel Macht haben …

Die Archäologen der Zukunft, sagen wir mal in 10.000 oder 50.000 Jahren tun mir wirklich leid – so wie im Grunde die gesamte zukünftige Menschheit . Sie werden, falls bis dahin – durch welches heute noch unvorhersehbares Naturereignis auch immer – das Wissen um die heutigen Zustände und die bis dahin sicher verlotterten Atom-Abfall-Gruben verloren gegangen sein sollte, ihr strahlendes Todeswunder erleben.

Doch wen interessiert das heute schon, wo doch die Geldmaschine aktuell so hübsch rattert … 🙁

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