Ausstieg aus dem Atomausstieg verhindern!

Holger Strohm, Organisations- und Industrieberater, hat es uns bereits in den 70-80iger Jahren in seinem Buch „Friedlich in die Katastrophe. Eine Dokumentation über Atomkraftwerke“ erzählt: Die Atomlobby tut alles, was in ihren Kräften steht, um die Atomkraft heimlich, still und leise hinter dem Rücken der Bürger derart zu etablieren, dass ein Rückzug daraus kaum noch möglich sein würde.
Ich kann mich noch gut an die Diskussionen zu diesem hochinteressanten Buch erinnern, die wir damals geführt haben, und an unser Engagement in der Anti-Atom-Bewegung, das u.a. durch die spektakulären Informationen motiviert war, die wir aus diesem Buch erhalten haben.
Leider haben es damals vermutlich nur wenige Menschen gelesen. Die meisten haben sich lieber von einlullenden Verlautbarungen der Lobby in Sicherheit wiegen lassen.
(Das ist ja auch heute noch bei vielen nicht anders.)

1999 hat Strohm mit seinem Buch „Die stille Katastrophe“ nachgelegt – hier eine Rezension mit vielen Informationen dazu.

Die Lobby lügt jedoch weiter, und sie kann sich auf ihren politischen Arm, besonders auf unsere Physik-Kanzlerin verlassen.
Uns soll weisgemacht werden, die Atomkraft sei ein Ausweg aus der Klimakrise, sie sei sicher und billiger als andere Energieformen, ohne Atomkraft würden bald die Lichter ausgehen …

Nun ja, wers glaubt …
Fakt ist aber, dass dies alles die Unwahrheit ist.
Atomenergie ist NICHT preiswerter – im Gegenteil. Sie wird uns noch teuer zu stehen kommen, zumal auch das Entsorgungsproblem längst nicht gelöst ist.
Wie sicher die Kernkraft ist, können wir aktuell am AKW Krümmel erkennen und an den vielen Störfällen, die es auch in anderen AKWs gibt. Es ist eben eine von Menschen kontrollierte Energieform, und wie fehlbar Menschen sein können, wissen wir ja alle.
Dann kommt noch die für uns Menschen unüberschaubare zeitliche Dimension hinzu. Die Radioaktivität braucht Zigtausend bis Millionen Jahre, um nur Teile ihrer Gefährlichkeit abzubauen/zu verlieren. Die Entscheidungen, die heute aus Profitgier kurzsichtig getroffen werden, bürdet man also auch vielen, vielen Generationen nach uns noch auf.

Jesus von Nazareth ist gerade einmal ca. 2000 Jahre tot.
Kommt es uns nicht vor, als wäre das eine irrsinnig lange Zeit?
Ja?
Dabei ist dieser Zeitraum ein Klacks, ein Fliegenschiss, ein Wimpernschlag gegen die Zeit, die radioaktive Stoffe brauchen, um auch nur einen Bruchteil ihrer Gefährlichkeit zu verlieren!

Ein Festhalten an der Atomenergie ist daher unverantwortlich, menschenverachtend und durch NICHTS nachvollziehbar zu begründen!

Wie froh war ich, als die rot-grüne Regierung den Ausstieg aus der Atomenergie beschloss …

Nun sieht es ganz danach aus, als wolle man aus diesem Ausstieg wieder aussteigen. Dies jedoch würde ein Umsteigen auf erneuerbare Energien nur weiter verzögern.

Das MÜSSEN wir verhindern!

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Hier könnt ihr euch an der campact.de-Aktion beteiligen (oder einfach aufs Bild klicken).

Momentan läuft übrigens auf PHOENIX eine sehr interessante, informative Sendung, bei der auch dieses Thema angesprochen wurde:
Wahltour Klima-Umwelt

4 Gedanken zu „Ausstieg aus dem Atomausstieg verhindern!

  1. Wolfgang aus Greifswald sagt:

    Liebe Ulrike, ich habe hier ein ehemaliges Kernkraftwerk direkt vor der Haustür, von dem ich gewünscht hätte, man hätte es in Dienst gestellt – denn es war niegelnagelneu und nach Aussagen der Internationalen Atomaufsichtsbehörde (1990) auf dem aktuellen technischen Stand. Diese 1000MW-Blöcke 5 und 6 in Lubmin(DruckwasserReaktoren, nicht wie behauptet „Tschernobyl-Typ) hätten dann die alten, instabilen Schrottreaktoren in Mülheim-Kärlich oder Krümmel oder wo noch überall welche rumstehen – ersetzen können. Damit wäre in den 25Jahren ihres Betriebes Zeit gewesen, eine atomfreie Lösung der EnergieVersorgung zu entwickeln. 1990 sind sie aber gar nicht erst ans Netz gegangen, die Großkonzerne im Westen des Reiches wollten das so und schoben den hier fehlenden BetonDom vors Loch, der angeblich vor abstürzenden Flugzeugen schützen sollte, um ihre eigentlich beabsichtigte Monopolstellung zu erhalten. Die alten Blöcke 1-4, die Anfang der 70er Jahre ans Netz gingen, wurden 1989/90 planmäßig außer Dienst gestellt und werden nun so nach und nach entkernt. Ganz abbauen wird man sie nie können wegen der Unmengen Beton, die da rumstehen.
    und ca 2020 würden 5 und 6 auch außer Dienst gestellt und das wäre auch eine reale Zeit für endgültigen Ausstieg, den ich auch sehr befürworte. Hier wurde aber in Größenordnzungen wertvolles Volksvermögen vernichtet, um die alten maroden Zossen am Netz zu halten.
    Jetzt droht an dem Standort neues Ungemach, das MIT den Blöcken 5 und 6 kein Thema wäre: ein KohleKraftwerk riesigen Ausmaßes, zwei 900MW-Blöcke, deren Maschinenhäuser höher als der Greifswalder Dom werden sollen(ca120m Firsthöhe) Das heißt doch den Teufel mit dem Beelzebub zu vertreiben. Und dagegen wehren wir uns im Großraum Greifswald mit allen zu Gebote stehenden Mitteln weil das Teil versaut uns hier die CO2- Bilanz und rotzt Unmengen Quecksilber über die Boddengewäser und die südöstliche Ostsee. Nixx mehr mit lecker Flunder ausm Bodden und so 🙁
    LGr aus der schönsten Hansestadt am Ryck vom Wolfgang.

  2. juwi sagt:

    Deinen Ausführungen ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Bliebe höchstens noch zu erwähnen, dass die Erdkruste in den Zeiträumen, in denen das Zeugs unterirdisch „garantiert absolut ungefährlich“ zu lagern ist, auch schon mal der einen oder anderen Veränderung unterworfen ist. Geologische Strukturen sind nämlich keine statischen Gebilde. Das ist auch ein Grund dafür, warum ich die sogenannte „Endlagerung“ von CO2 für riskant halte.

    Und was man von den Beteuerungen der Energie-Konzerne bezüglich der Sicherheit von Endlagern zu halten hat, wurde uns ja gerade erst mit der Asse deutlich vor Augen geführt.

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