Beraten und verkauft

Eben lief im WDR aus der Reihe DIE STORY der Beitrag
Beraten und verkauft – Wie Politiker und Investoren bei der Sparkasse KölnBonn abkassieren.
(Falls jemand einen Link zum Video hat, kann er ihn ja bei den Kommentaren eintragen – wäre nett.)

Während des Films, der einmal mehr zeigte, wie gewissenlose Abzocker vor nichts zurückschrecken, wenn sie sich auf Kosten der Steuerzahler die Taschen füllen, wie sie – allem Anschein nach – dabei auch die Staatsanwaltschaft im Sack haben, musste ich die ganze Zeit an das aktuelle Drama im Severinviertel, an den durchgeboxten U-Bahnbau, die Äußerungen diverser Verantwortlicher in der augenblicklichen, dramatischen Situation denken, daran, wie man dieses Projekt – wie man nun sieht und wie es von Anfang an auch im Bereich des Möglichen war – über Leichen gehend und gegen jeden Widerstand durchgesetzt hat, und es drängte sich mir der Eindruck auf, dass es in Köln tatsächlich eine derart mafiös-klüngelige Vetternwirtschaft gibt, die jedes Vertrauen in eine wirkliche Aufklärung dieser Katastrophe um den Einsturz des Historischen Archivs zunichte macht.
Unter einem Artikel zum aktuellen Thema fand ich auf einer WDR-Seite folgenden Kommentar, der doch sehr nachdenklich macht, besonders, wenn man bedenkt, dass viele Mafia-Insider behaupten, dass sie sich auch in Deutschland mittlerweile festgesetzt und bis in die höchsten Ränge Einfluss hat.

Da schreibt z.B. „Tommy aus Berluskonien, einst Italien(ich hoffe, dass die Seite noch stimmt, sonst muss man ein bissel blättern):
Vor gut 38 Jahren hat mich das Schicksal von Köln nach Italien vertrieben. Hier regiert seit fast einer Ewigkeit Berluska, in jungen Jahren als Baulöwe gestartet. Die einzige Verbindung zur Heimatstatd Köln war damals die Deutsche Welle, die ich heute noch täglich über Kurzwelle oder Internet höre. In „Focus Europa“ wurde heute ein Beitrag über den U-Bahn Bau in Amsterdam gesendet. Auch dort stürzten durch den Bau mehrere Häuser ein, glücklicherweise ohne Tote. „Guarda caso“, welch ein Zufall, die Baufirma ist laut Deutsche Welle die gleiche wie in Köln! In Berluskonia weiß man genau, wie das läuft, hier hat die Mafia das Monopol für alle öffentlichen Bauvorhaben, der Boss sitzt ganz oben! Ganz klassisch ist die Kostenexplosion sowie die Verwendung minderwertiger Materialien. Die Polizei solte mal ganz genau die finanziellen Verhältnisse aller involvierten Personen unter die Lupe nehmen, ganz von Anfang an.“

Ja, ich vermute auch ganz stark, dass die Mafia – so sie sich denn tatsächlich auch in Deutschland festgesetzt hat – das zu einem großen Teil in Köln schaffte. Ich glaube, die wirklichen Ursachen dieses schrecklichen Unglücks werden nie in vollem Umfang herauskommen. Da ist der Mafia-Klüngel vor …

Man kann nur hoffen, dass die Kölner Bürger sich nicht (länger) von schleimig-schönen Worten dumm quatschen lassen, dass sie sich nicht kaufen lassen, und dass ihre Wut so groß ist, dass sie diese Bande mit Pauken und Trompeten vom Hof jagen!

Der Beitrag wird am Mittwoch, 11. März 2009, 12.00 – 12.45 Uhr wiederholt.

Ah – eben finde ich dazu auch das Video im Netz!

7 Gedanken zu „Beraten und verkauft

  1. Geli sagt:

    hallo Ulrike, ich lebe ja nun auch in einer Stadt, wo sich die Bonzen dereinst einigten, einen solchen Tunnel zu bauen, noch ist er im Bau, doch bereits jetzt erkennt man Risse an den darüberliegenden Bauwerken…es ist sehr beängstigend, wie leichtsinnig dieses Pack mit unserem Geld und letztendlich mit unserem Leben umgeht…

    deine Worte “ Man kann nur hoffen, dass die Kölner Bürger sich nicht (länger) von schleimig-schönen Worten dumm quatschen lassen, dass sie sich nicht kaufen lassen, und dass ihre Wut so groß ist, dass sie diese Bande mit Pauken und Trompeten vom Hof jagen! “ treffen letztendlich auf alle zu, nicht nur auf die Kölner Bürger, die sich bald besinnen müßten, wo der Ursprung des Übels liegt und diese Plagen aus aus Amt und Würden jagen…

    aber so wie es jetzt ist in fast allen Bereichen des Lebens und der Wirtschaft, so haben wir es in der Schule gelernt, das ist KAPITALISMUS in seiner Höchstform…oder?…kanns noch schlimmer kommen?

    nachdenkliche und wütende Grüße von Geli

    Gelis letzter Blogeintrag: alles geht einmal zu Ende…

  2. Silberling sagt:

    Letzter Satz im Artikel sagt eigentlich ALLES!

    «In Deutschland fühlen wir uns wohl»

    In Deutschland könne die Mafia ungestört dunkle Geschäfte machen, sagte Francesco Forgione, Präsident der italienischen Antimafia-Kommission, vor ein paar Monaten in einem Interview mit der deutschen Tageszeitung «Die Welt». Und ein anderer italienischer Experte meinte sogar, dass Deutschland für die Mafia ein gelobtes Land sei.

    «Wir sind da, wo das Geld fliesst», liess sich unlängst ein kalabresischer Pate von «Spiegel Online» zitieren, «in Deutschland fühlen wir uns besonders wohl.» Und er gab zu verstehen, dass die Mafia auch auf deutsche Politiker zählen kann.

  3. Nante sagt:

    habe jetzt im bLOG von mein.parteíbuch.com noch ein wenig gelesen .. und das Seehofer-Video gesehen ..

    Falls unsere Staaten jetzt wirklich dazu übergehen sollten „ANTITRANSPARENZ-gesetze“ zu beschließen, wäre ein wichtiger Schritt in Richtung totaler Staat getan..

    ich kann – will und werde das nicht glauben ….

    Nantes letzter Blogeintrag: schnell ne Twittermeldung .. – so zwischendurch —

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