Das liebe Geld

Es verwundert ja schon sehr, dass ein großer Teil der us-amerikanischen Bevölkerung seinen Lebensstandard auf Pump und das Überstrapazieren von Kreditkarten aufgebaut hat, was nun – in der Krise – wie ein Kartenhaus zusammenbricht und die Krise, wenn das alles erst mal durchgerechnet und in vollem Umfang aufgeflogen ist, vermutlich noch um einiges schärfer werden lassen wird.

So könnte ich niemals leben – ständig in dem Bewusstsein, dass ich da haufenweise Gläubiger im Nacken sitzen hätte. Mir reicht da schon die Resthypothek aufs Haus, aber das sehe ich wie eine Miete, die andere Leute ja auch zahlen müssen.
Haben sich diese Menschen nie Gedanken darüber gemacht, dass sie Kredite eines Tages auch wieder zurückzahlen müssen?

Aber selbst wenn das in Deutschland im Großen und Ganzen sicher ein wenig anders aussehen mag – auch hier bei uns gibt es solche Fälle. Jedenfalls fällt mir manchmal die Kinnlade herunter, wenn ich eine von diesen Sendungen im TV anschaue, bei denen ein Berater/“Finanzcoach“ verschuldeten Familien aus der Misere zu helfen versucht, die selbst offenbar nicht sehen (wollen?), was sie falsch gemacht haben oder immer noch falsch machen.

Nie würde ich etwas auf Pump kaufen – bei uns gibts immer nur dann etwas Neues, wenn wir das Geld dafür zusammengespart haben. So lange ich nicht auf dem Fußboden hocken, essen, arbeiten oder schlafen müsste, gäbe es z.B. keine neuen Möbel. Bücher würde ich dann lieber in Apfelsinenkisten lagern, und als erstes würde ich mich ohnehin in einem Verschenke-Netzwerk wie z.B. Freecycle umschauen. Dort biete ich auch Sachen an, die WIR nicht mehr brauchen, die aber zu schade zum Wegwerfen sind.

Auf Status lege ich zum Glück überhaupt keinen Wert. Deshalb brauchen wir auch keine Statussymbole und können unser Geld für wirklich notwendige Dinge sparen.
Mir ist sowas von wurscht, was Andere über mich denken.
Niemals würde ich meinen ganz persönlichen Wert über die Dinge definieren, die ich besitze …

5 Gedanken zu „Das liebe Geld

  1. wetterhexe sagt:

    Genau, wer Statussymbole braucht, um seine Persönlichkeit zu stützen ist arm dran.

    Die reichste Frau unserer Stadt, hat einmal gesagt: „Ich bin die Frau M. und selbst wenn ich geflickte Strümpfe trage!“

    Sie war übrigens so sparsam, dass sie das Milchkännchen mit Kaffee ausgeschwenkt hat um auch an die letzten Tropfen zu kommen.

    Statussymbole hatten für sie keinerlei Bedeutung.

    LG Wetterhexe

  2. Ocean sagt:

    Guten Abend, liebe Ulrike 🙂

    Statussymbole .. neee. Brauch ich auch nicht. Ich kauf mir das, was mir selber wichtig ist und was mich interessiert – wenn ich das Geld dafür habe. Natürlich haben wir unser Haus, das wir gebaut haben, nicht bar finanzieren können .. aber die Raten sind – wie du auch schreibst – entsprechend der Miete – mit dem Unterschied, daß ich in etwas einzahle, was mir nachher selber gehört, und in dem ich jetzt schon tun kann, was ich will, ohne Nachbar über, unter oder neben mir im Gebäude. Niemand, der auf die Idee kommt, uns z. B. wegen Tierhaltung dranzukriegen und zu verlangen, dass wir den Hund abgeben .. etc. Und das ist so dermaßen viel wert – haben wir in den letzten Jahren sehr zu schätzen gelernt.

    Off topic – fällt mir grad ein – du hattest hier mal einen Hinweis auf „Der Seelenbrecher“ von Sebastian Fitzek. Hab ich neulich gelesen – fast in einem Stück – wirklich klasse 🙂

    Gute Nacht 🙂 und liebe Grüße an dich,
    Ocean

  3. Sianna sagt:

    Liebe Ulrike,

    ich kann Dir mal wieder voll und ganz zustimmen. Klar, Hypothek haben wir auch, aber das ist bei uns eben auch die „Miete“. Kredite für Luxusartikel oder sog. Statussymbole haben wir auch noch nie aufgenommen und werden wir wohl auch nie. Da wird eben gespart, bis das Geld reicht.
    Und freecycle nutzen wir auch, das ist echt klasse.

    Früher, als der Sperrmüll bei uns noch nicht auf Abruf sondern zu bestimmten Zeiten abgeholt wurde, habe ich auch gerne dort herumgeguckt und mal das Ein oder Andere entdecken können.

    LG
    Sianna

  4. Diane sagt:

    Hi liebe Ulrike,
    da bin ich auch mal wieder 🙂
    Das mit den CreditCards ist gängige Praxis und auch hier zahlen viele so. Ich hatte ich damit mal im Studium beschäftigt. Da war jeder 7. Haushalt hier in Germany überschuldet. Zur Zeit lese ich ist jeder 12. Haushalt das – immerhin …
    Der Druck der Konkurrenz scheint für manche unerträglich zu sein. Auch wenn Kinder da sind …. Es gibt Leute, die „müssen“ diese Reisen machen, die andere machen aber der andere macht sie vielleicht auch nur auf Kredit 😉

    Meine GrandMa hat übrigens immer gesagt, ein Haus kauft man sich nur, wenn man das Geld in Bar dafür hat!
    Heute ist gängige Praxis, das über Bank zu finanzieren, denn wer hat schon ein paar Hundert Tausend Euro in Bar? Um dieses theme ging es auch bei Christa Lobner in „Allein gegen die Banken“ … Immobilienfinanzierung, die irgendwann durch gewisse Einflüsse nicht mehr geleistet werden kann und dann stehen die Leute da, Haus Zwangsversteigerung – diese Sachen …
    Ich persönlich halte auch nicht viel von Haus auf Kredit. Man hat auch zusätzliche und unverhoffte Ausgaben, wer ein Haus hält, über die ganzen Jahre. Da müssen manche sich sehr einschränken und wenn es abbezahlt ist, sind sie zu alt und krank und müssen doch wieder ausziehen 😉 Von anderen Entwicklungen abgesehen … die so eine Immobilie irgendwann lästig werden lassen können und der Abstoss schwer bis unmöglich sein kann.

    Bei Mietobjekt ist der Vorteil, man ist flexibel und kann jederzeit wecheln also nicht im-mobil – festgelegt, wie bei einer Immobilie der name bereits sagt. Deshalb mieten auch reiche Leute bevorzugt und legen ihr Geld anders an.

    – Aber es wird auch vieles andere auf CreditCard finanziert. Da habe ich noch Literaturtipps aus Studyzeit „Wenn Geld zur Droge wird“ Donna Boundy, „Allein gegen die Banken“ Christa Lobner, auch „Weg mit den Schulden“ war von Verbraucher-Zentrale für alle überschuldeten Haushalte – private Insolvenz. Von „Alltag Armut“ Michael Schomers oder „Armut in Deutschland“ ganz abgesehen … denn der Unterschied zu diesen ganz armen Leuten ist, dass die kein Kredit mehr bekommen, auch keine CreditCard. Ober sollten wir von „Wasserprediter und Weintrinker (Dorothee Beck, Harmut Meinke) sprechen ?? …

    Aber der Staat macht es vor, die Schuldenuhr tickt und der Staat ist kein totes Gebilde … Menschen …

    Manche Leute sind „gezwungen“ mit ihrem Status und Lifestyle, weil sie in Kreisen verkehren, wo das üblich ist – wenn sie da bleiben wollen, geht es nicht ohne diese Sachen. Das muss jeder wissen, wie weit er da tauschen will. Es hat alles Vor- und Nachteile, jeder Lebensstil.
    Ich finde das aber o.k., so lange sich diejenigen das leisten können und daneben noch Gutes für Andere tun.

    Ganz liebe Gruesse 🙂
    Diane

    Dianes letzter Blogeintrag: DU BAROQUE – Braut in Hannover

  5. Eveline sagt:

    So wurden wir erzogen, ich würde auch nie etwas auf Pump kaufen, entweder ich kann es mir leisten oder ich muss so lange sparen, bis ich es mir leisten kann….

    Allerdings kommt die Pump-Gesellschaft auch bei uns immer mehr, die Spirale wird sich – genauso wie in den Staaten – immer schneller und schneller drehen – abwärts…

    Griassle, Eveline

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