Das Robert-Koch-Institut … *seufz*

Wie geht die Steigerung von „ungeschickt“?
„Unlogisch“ -> „Robert-Koch-Institut“ …

Also mal im Ernst: Jeder, der sich auch nur ein bisschen mit Gartenbau auskennt, müsste wissen, dass a) in Gewächshäusern niemals Gülle ausgefahren wird und b) die für die Ausbreitung des EHEC-Bakteriums „verdächtigen“ Gemüsesorten – bis auf den Freiland-Salat – in Deutschland noch gar nicht reif und verkaufsfertig sein können.
Da ist es schon grob fahrlässig, Tomaten und Gurken aus Norddeutschland als die „Schuldigen“ an der augenblicklich grassierenden EHEC-Ausbreitung zu verunglimpfen. Und auch wenn das beim Salat im Freiland schon eher möglich wäre, halte ich es für unverantwortlich, die deutschen Gemüsebauern, zunächst besonders die Bio-Bauern, die ja eher mit Gülle als mit Kunstzeugs düngen, durch solche Aussagen in ihrer Existenz derart zu gefährden. Dabei sehen auch konventionelle Landwirte zu, dass sie die in ihren Ställen anfallende Gülle auf ihren Feldern entsorgen können.
Ich kann jeden deutschen Gemüselandwirt – egal ob konventionell oder Bio – bestens verstehen, wenn die nun mit Ärger, Verzweiflung und Wut reagieren.

Dass man sich zunächst auf Gurken aus Spanien als Verursacher festgelegt hat, halte ich für genauso dämlich. In einem Forum las ich z.B. von einer Frau, die mitsamt ihrer Familie betroffen (und klinisch behandelt worden) war, und abgepackte Salat-Mischungen auf den Tisch gebracht hatte, aber mit Sicherheit keine Gurken.
Da muss also viel breiter geschaut werden, und hoffentlich fällt endlich auf, dass man für eine solche Suche, wenn sie tatsächlich rasch etwas bringen soll, sehr viel mehr Mitarbeiter braucht. Man kann sich – im wahrsten Sinne des Wortes – auch totsparen.

Hauptsache, das RKI hatte mal wieder eine Schlagzeile, die mit einem Erfolg beim Suchen prahlte. Aber dieses Institut hat sich ja auch bei anderen Gesundheitskrisen der letzten Jahre (Vogelgrippe, Schweinegrippe …) durch ihre Aussagen nicht gerade mit Ruhm bekleckert und den Eindruck hinterlassen, dass man bestimmten Lobbys durchaus nahe steht …

An uns soll es jedenfalls momentan noch nicht liegen, wenn Existenzen unserer Gemüsebauern zerstört werden, wir essen zunächst weiter regionales Gemüse aus dem Supermarkt oder vom Wochenmarkt – wie zuvor – legen halt einfach bei der Hygiene noch mehr zu.
Zum Glück gibt es aber bald auch Gemüse aus dem eigenen, unvergüllten Garten. Der Salat ist schon bald erntereif …

EndeMai2011 0027