Demokratie?

So langsam geht das Gezerre um die Linkspartei aber wirklich an die demokratische Substanz unseres Landes, finde ich. Was ist das denn für ein Demokratieverständnis, wenn man mit einer von vielen, vielen Menschen gewählten Partei nichts zu tun haben will??? Und was soll das Gerede von „linken Radikalen“? Gerade in den alten Bundesländern sind die Linken und ihre (potentiellen) Wähler doch in der Regel keine Ex-SED-Leute, sondern ehemalige und von der Schröder-Politik enttäuschte SPD-Mitglieder, Ex-Grüne (wie ich) und Gewerkschafter!

Immer wieder das gleiche undemokratische Ritual, wenn eine neue Gruppierung darüber mitbestimmen will, was in diesem Land passiert. Da verbarrikadieren sich die „Alteingesessenen“ hinter einer hohen, arroganten Mauer und fürchten um ihre Macht. Ich kann mich noch gut entsinnen wie man vor vielen Jahren die Grünen ausgrenzen wollte, als sie sich damals in das Parteienspektrum einreihten. Waren angeblich – so wie heute die Linken – alles Leute, die sich am radikalen Rand der Gesellschaft befanden, Schmuddelkinder, mit denen man nicht spricht.

Nach einer Wahl haben die Parteien gefälligst das Votum der Bürger zur Kenntnis zu nehmen und damit konstruktiv für das Land zu arbeiten. Und wenn sich eine Menge Leute (aus welchen Gründen auch immer) für eine neue Partei entschieden haben, hat man auch mit DER zusammenzuarbeiten, ohne dieses erbärmliche Geschrei. Die Parteien sind nicht für SICH da, sondern für das Land, und sie haben die Interessen der Menschen zu vertreten, die sie gewählt haben, nicht ihren eigenen Machtanspruch zu verteidigen.

Das ist UNDEMOKRATISCH!!!

Gut, mit der NPD wünsch ich mir auch keine Zuisammenarbeit, aber die sind für mich auch keine demokratische Partei, die wollen den alten Führer und die diktatorischen Zustände des 3. Reiches wiederhaben, und der einzige Grund, weshalb sie in der Parteienlandschaft überhaupt noch existieren, ist, dass Leute wie unser ehemaliger Innen-Otto das NPD-Verbot durch seine V-Mann-Politik verdaddelt hat.

Ich glaube ja, dass die Rechten in der SPD Beck als Parteivorsitzenden loswerden wollen, da man durch die schlechten Umfragewerte erkannt hat, dass man mit ihm keinen Blumentopf gewinnen kann. Allen voran der „Seeheimer Kreis“ macht sich da stark, aber dieses seltsame Grüppchen ist für mich ohnehin nur ein CDU-Maulwurf in der SPD, die „richtigen“ SPD-Leute denken anders, und bei denen ist die Schnittmenge zu den Linken groß. Deshalb ist für mich völlig klar, dass die Linken (besonders die in den alten Bundesländern) wie keine andere Partei im Grunde zur SPD passen, und dass man NATÜRLICH (!) mit ihnen zusammenarbeiten muss!
Aber man hat natürlich ein Problem damit, wenn man vor Wahlen kategorisch und immer wieder betont, dass man das niiiieeee tun wird – völlig ohne Not. Hab ich nicht verstanden.

Was die beiden „Steine“ (Steinmeier und Steinbrück) in der SPD suchen, weiß ich übrigens auch nicht, sie könnten von ihrer Einstellung her genauso gut in der CDU oder in der FDP sein. Aber vielleicht war es leichter für sie (genauso wie für Clement), in der SPD in Spitzenpositionen aufzusteigen und an die Macht zu kommen, da in der CDU diese Plätze schon belegt waren.

Nee, nee – WAS FÜR EIN VERLOGENES THEATER!
Es ist erbärmlich!
Wie sagt mein Lieblingskabarettist Volker Pispers sinngemäß so schön? Wir werden nur von Dummköpfen regiert!

Ein Gedanke zu „Demokratie?

  1. Elke sagt:

    Da gibt es nichts weiter dazu zu sagen, solange mir niemand in der Bundespolitik wieder den Oskar aufdrückt.
    Lieben Gruß
    Elke

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