Gesundheitsreform in den USA

Mit Fakten hat man es in den USA offenbar schon seit langem schwer. Wir erleben das besonders heftig in der Diskussion um Darwins Evolutionstheorie und die Entstehung der Welt, wobei von den Kreatonisten, die jedes Wort der Bibel für bare Münze nehmen und anscheinend nicht um die Ecken von Symbolik blicken können, jede wissenschaftliche Erkenntnis standhaft geleugnet wird.

Bei der Gesundheitsreform, die Obama zusammen mit seiner Regierung anstrebt, scheint es aus der republikanischen Ecke ähnlich irrational und paranoid zu laufen. Da gibt es wieder verblendete Anheizer – insbesondere in den Reihen der Republikaner – die mit den ungeheuerlichsten Lügen und Anschuldigen versuchen, diese Reform nicht real werden zu lassen. Dabei wäre es für über 40 Millionen US-Amerikaner existentiell notwendig, endlich krankenversichert zu sein.

Sarah Palin z.B. (ist die eigentlich gar nicht mehr Gouverneurin von Alaska? Auf der entsprechenden WebSite sieht es nicht so aus … – ah – tatsächlich nicht, siehe hier, eben entdeckt …), die uns allen sicher noch aus dem letzten US-amerikanischen Präsidentenwahlkampf in unangenehmer Erinnerung ist, wirft Obama allen Ernstes vor, ein „Todesprogramm“ für alte Menschen auflegen zu wollen, nur weil der plant, älteren Menschen eine Beratung zu bezahlen, wenn sie sich über Möglichkeiten der medizinischen Behandlung am Lebensende informieren wollen.
Kritiker wie Sarah Palin nennen das „Euthanasie-Programm„.

Auf ihrer Facebook-Seite soll sie (lt. Wikipedia, ich werd mich hüten, diese Kuh dort als „Freundin“ auszuwählen) geschrieben haben:
The America I know and love is not one in which my parents or my baby with Down Syndrome will have to stand in front of Obama’s “death panel” so his bureaucrats can decide, based on a subjective judgment of their “level of productivity in society,” whether they are worthy of health care. Such a system is downright evil.“

Da wird offenbar (oder sagen wir mal „hoffentlich“, denn jede andere Motivation würde die Kleingeistigkeit dieser Leute peinlichst deutlich machen) aus strategischen Gründen nun schon wieder Wahlkampf betrieben und gelogen, was das Zeug hält, Obama mit Hitler verglichen etc. …
Ja, und immer mehr einfache Geister schließen sich dieser Ansicht an und versuchen alles, um die Reform zu verhindern.
Schlimm …!

Muss man ein solches Denken und Verhalten gewisser Kreise in US-Amerika verstehen? …
Also ICH kanns nicht.
Ich kann nur hoffen, dass nicht allzu viele Amerikaner auf solche kranken Typen hereinfallen …

2 Gedanken zu „Gesundheitsreform in den USA

  1. Wetterhexe sagt:

    Naja, es hält sich ja das hartnäckige Gerücht, dass der Durchschnittsamerikaner ausgesprochen naiv und ungebildet ist. Scheint zu der gesamten Empörung ja recht gut zu passen.

    Sarah Palin weicht vom Durchschnit offensichtlich auch nicht besonders ab.

    Wenn man bedenkt, dass das Gesundheitswesen der USA zu den teuersten und uneffizientesten gehört, dann dürfte der Reformbedarf mit Zugang zu einer medizinischen Versorgung für jedermann, für jeden klar sein.
    Aber nein, der Durchschnittsami hält dies für allerübelstes Teufelszeug.

    Was soll man da nur machen? Ich denke, denen ist einfach nicht zu helfen.
    Die USA ist auf Abwärtskurs und zwar rasant.

    LG Wetterhexe

  2. ElkeH sagt:

    Das ist definitiv schon wieder das nächste Wahlkampfgeschwätz. Gut unterrichtete Kreise wollen ja wissen, dass die Palin von ihrem Gouverneursposten abgetreten ist, weil sie beim nächsten Mal von Anfang gegen Obama antreten will. Ob der Durchschnittsamerikaner naiver und ungebildeter ist als der Durchschnittsdeutsche, kann ich nicht beurteilen. Es gibt hier wie da eben jede Menge Dumpfbacken.
    Lieben Gruß
    Elke

Kommentare sind geschlossen.