Glückwunsch, liebe Berliner! :-)

Ich bin erleichtert. Weise haben sie entschieden – die Berliner. Kein Pflichtfach „Religion“ an Berliner Schulen. Richtig so!

Trennung von Kirche und Staat – eine lobenswerte Errungenschaft der Aufklärung, sollte nicht durch die Hintertür „Schule“ wieder in die Gesellschaft dringen dürfen – jedenfalls nicht zwangsweise, als Pflichtfach Religion! Ganz zu schweigen davon, dass in diesem Fach sogar Zensuren gegeben werden müssen/mussten. Ich kann mich als Ex-Religionslehrerin nur noch mit Grauen daran erinnern, dafür die richtigen Kriterien finden zu müssen. Was soll man da eigentlich bewerten?, habe ich mich ständig gefragt. Glauben, Wissen über die Geschichte des Glaubens und der verschiedenen Glaubensrichtungen, oder gar fleißige Mitarbeit?
Große, innere Konflikte damals und Streitgespräche mit der Schulrätin, die diesen „Unterricht“ ganz anders auffasste, als ich. Ich wollte jedenfalls keine „Missionarin“ sein – nie …

Nein, wenn Sekten (und für mich sind die Kirchen auch nichts Anderes) ihren Glaubensquatsch verbreiten wollen, sollen sie das in ihrem eigenen Rahmen und in ihren eigenen Räumlichkeiten machen und den Rest der Bevölkerung damit verschonen. Es reicht schon, dass der Staat für sie zwangsweise die Steuern eintreibt.

Dagegen halte ich Ethik als verpflichtendes und gemeinsames Schulfach für wichtig und unverzichtbar. Verantwortliches Handeln lernen, das muss sein. Vielleicht hätten wir heute nicht diesen Raubtierkapitalismus und die Wirtschafts- und Finanzkrise, diesen kollektiven Egoismus, wenn das alle Menschen irgendwann gelernt und erfahren hätten.

Bravo Berlin!
Richtige Entscheidung!
Und hoffentlich ein Vorbild für alle Bundesländer – wenn schon nicht für die ganze Welt …