Hilfe, die Börsen-Psychos sind mal wieder los

Wenn man – wie ich – bei meiner doch relativ „einsamen“ kreativen Arbeit an neuen, möglichst schönen Buchcovern, um irgendwie mit der Welt verbunden zu sein, nebenher den Fernseher – oft n-tv – laufen hat, wird man mit Meldungen über Börse, Geld, Geldanlagen etc. (und der entsprechenden Werbung dazu) ja quasi zugeschaufelt.

Sicher kennt jeder die Werbung eines Finanzdienstleisters, in der jemand vor der Scheibe eines großen Aquariums steht und sich fragt, ob es wirklich so toll sei, ständig an Geld denken müssen, im Grunde sei es doch besser, das nicht dauernd tun zu müssen. Dann kommt ein dicker Fisch auf ihn zugeschwommen, öffnet und schließt ein paar Mal das Maul, der Mann äfft ihn nach und beantwortet seine kritische Überlegung dann selbst: Aber nur wenn man ein Karpfen ist.

Ach, wäre doch so mancher Finanz-Jongleur wirklich ein Karpfen …

Heute ist es mal wieder besonders schlimm mit der Psychose an den Börsen. Da lässt irgendwo in der Welt jemand einen Pups (Arbeitsmarktberichte – z.B. aus den USA, Quartalsberichte der Unternehmen, offene Briefe von Leuten, die vielleicht besser die Klappe halten sollten, wenn sie die Psychos an der Börse nicht weiter verunsichern wollen – etc.), reagiert alles wie angestochen, verkauft hektisch, die Kurse rauschen in den Keller, „Fachleute“ geben in rasch zusammengeschusterten Interviews „gute“ Ratschläge, weil man vermutet, dass auch der sogenannte Kleinanleger sich umgehend Sorgen macht um sein Geld, der muss doch wissen, wie er sich nun verhalten soll …

Mannomann, bin ich froh, dass wir selbst – auch ohne Fachleute – wissen, was wir mit unserem bisschen Geld machen müssen: vor allen Dingen nicht bei diesen Psychos anlegen, sondern bescheiden mit dem zufrieden sein, was uns z.B. ein Tagesgeld bietet. Da ist uns dann wenigstens sicher, was wir dort hingepackt haben. Das bekommen wir auf jeden Fall wieder heraus, auch wenn die zur Zeit recht ärmlichen Zinszuwächse es nicht nennenswert vermehren. Keine Verluste und kein ständiger Stress ist aber doch auch schon etwas Schönes.

Das letzte Mal, als ich es mit der Börse versuchte, war gleich am Tag nach der Einzahlung schon weniger Geld im Fond … – also nee, nieee wieder! Mir liegt diese Spekuliererei nicht, auch weil dazu im Grunde ständige Aufmerksamkeit gehört, sonst kann man ganz schnell auf die Nase fallen.

Diese dauernde Aufstockerei des Rettungsschirms für die finanziell angeschlagenen Euroländer geht mir übrigens ebenfalls gehörig auf den Zwirn. Ich finde, damit saugt man die Menschen in den Mitgliedsländern regelrecht aus. Sowas haben Herrschende zwar schon zu allen Zeiten so gemacht und das aufgesaugte Geld – nach eigenem Gutdünken – verbraten, teilweise völlig unsinnig, vor allen Dingen aber eitel zum Fenster hinausgeworfen, in diesen Zeiten jedoch nimmt das so gigantische Formen an, dass es für deren kleine Gehirne gar nicht mehr zu fassen ist. Sicher wissen sie nicht wirklich, was sie da tun.

Ich will, dass das aufhört! Denn unter diesem „Schirm“ meint jeder herrschende Hansel, dass er im Grunde so weiter machen kann wie bisher. Ja, und wenn es dann irgendwann nicht mehr geht, schmeißt er den Löffel einfach hin, sagt „Ätsch, ische abe gar kein Geld mehr …“, lässt sein Land bankrott schreiben und nach ihm und seiner/ihrer Regentschaft: die Sintflut …

Das kann und darf doch nicht sein, oder? 🙁