Israels brutale Kriege

Muss man sich noch wundern, wenn Israel für viele Menschen kein Staat ist, den man loben und dem man – aus welchen Gründen auch immer – unbedingt solidarisch zur Seite stehen müsste, wenn man (neben allem, was zuvor aus anderen kriegerischen Auseinandersetzungen schon an schrecklichen Dingen zu hören war) solche Dinge über den letzten Krieg gegen die Palästinenser erfährt?

Israelische Soldaten haben offenbar ausgepackt, weil sie den Gewissenskonflikt nicht mehr ausgehalten haben, die armen Jungs.
Zitat: „Insgesamt habe der Eindruck vorgeherrscht, „dass das Leben von Palästinensern sehr, sehr viel weniger wichtig ist als das Leben unserer Soldaten“, sagte er.“

Menschen, die weniger wichtig und wert sind als andere …??!
Eine solche Einstellung kommt uns doch irgendwie bekannt vor, oder?
Gerade uns Deutschen …

Sollten die Strategen Israels wirklich SO gut von den deutschen Verbrechern der 30iger/40iger Jahre gelernt haben?

Und nun komme mir niemand zum 1000sten Mal mit dem Antisemitismus-Vorwurf, weil Israel einmal mehr kritisiert werden muss – leider. Das Argument sollte sich allmählich abgenutzt haben, weil es einfach nur ein Kritik-Totschlag-Argument ist. (Natürlich darf man Israel kritisieren, aber nicht SO …)
Bei einer solchen Kritik ist es aber völlig wurscht, ob Jude oder Nichtjude, Christ oder Nichtchrist, Muslim oder Nichtmuslim. Der Glaube ist absolut egal. Eine solche Kritik würde JEDES Land treffen – ganz gleich welchen Glauben die Mehrheit der Bewohner hat, weil einfach nur schockierend und menschenverachtend ist, was dort geschehen ist und an vielen Stellen immer noch geschieht!

Damit sage ich übrigens keinesfalls, dass ich das, was sich die palästinensischen Fundamentalisten (wie die Hamas) leisten, für gut befinde. Ich mag keine Gewalt – egal von wem sie ausgeführt wird. Und ich mag es auch nicht, wenn man sich hinter unbeteiligten Zivilisten versteckt. Aber wenn man sich – wie die Israelis zu großen Teilen – als ein hervorgehobenes, weil von Gott auserwähltes Volk fühlt, darunter zu leiden hatte, dass man jüdischen Bürgern unglaubliche Verbrechen angetan hat, und wenn man dann selbst SOLCHE ebenso menschenverachtenden Dinge tut, hat man jedes Recht auf milde Begutachtung und verständnisvolle Wertung für mich verloren.

14 Gedanken zu „Israels brutale Kriege

  1. Geli sagt:

    ein hallo an die Leser hier…nun ich mache da gar keinen Hehl aus meiner vollen Verachtung den Israelis und damit den Juden gegenüber, ich und viele andere verfolgen diese Kriege und diese Einstellung der Menschen dort schon lange und was die sich leisten ist eigentlich nur damit zu beurteilen, daß man solche Menschen auf der Welt nicht braucht–nie dulden sollte ( hat mit Religion nichts zu tun)…sie sind eigensinnig und brutal, stellen sich in den Mittelpunkt und haben nur ihre eigenen Vormachtstellungen und Ideen im Kopf, pfui Teufel sage ich da, die haben nichts gelernt und werden mal nie schlauer…und nochmals, ich mag keinen davon…niemals…

    lG Geli

    Gelis letzter Blogeintrag: es kann beginnen

  2. Nante sagt:

    Hoppla, geli..

    So veralgemeinernd kann ich Deine Worte über „DIE JUDEN“ absolut NICHT stehen lassen..

    DIE Juden, die Du offenbar meinst, sind die rechten bist ultrarechten politischen Kräfte, die in ISRAEL im Augenblick das demokratische Sagen haben werden….

    Ich habe jetzt weder Lust noch Zeit, Dir die ANDEREN JUDEN vorzustellen ..

    und im übrigen meine ich, dass JEDER KRIEG inhuman ist – dass in jedem Krieg diese Position funktional ist: hie: WIR = die Guten da: – IHR = die Bösen, die es zu vernichten gilt

    Nantes letzter Blogeintrag: Icke kann det Spaßen nich lassen

  3. Geli sagt:

    hallo…eines soll ja hier klar sein, jeder kann und hat eben seine Meinung zu dem Thema und zu Juden, ich habe und behalte diese auch, auch wenn es andere gibt, die es anders sehen, auch das akzeptiere ich, jedoch hat es eben gerade die Geschichte gezeigt ( ich meine die Jüngere) welches Auftreten sie haben und welche Vorderungen sie stellen, welche Menschenverachtung gerade sie haben…also, sage keiner, ich sehe es falsch, vielleicht nicht wie du Nante…doch das kommt vor…

    Geli

    Gelis letzter Blogeintrag: langsam wird es…

  4. Ulrike/Ulinne sagt:

    Oh je, dazu muss ich nun aber auch mal einen Ton sagen, denke ich.
    Du weißt, dass ich dich sehr schätze, liebe Geli, aber in diesem Fall sehe ich es absolut so wie Nante. Das, was du hier schreibst, ist mir viiiieeel zu undifferenziert. Es gibt sie nicht, „die Juden“! Genauso wenig wie es „die Deutschen“ oder „die Franzosen“ gibt.
    Wie immer im Leben gibt es „sonne“ und „sonne“. Natürlich hat es auch in Israel eine breite Bewegung, die es lieber sähe, wenn zwischen Israelis und Palästinensern endlich Frieden herrschen könnte. Leider konnten diese Leute sich auch bei der letzten Wahl mal wieder nicht durchsetzen, was bedeutet, dass ein Großteil der Menschen in Israel eher den rechten, radikal-religiösen Kräften vertraut.

    Aber da sind auch Stimmen wie die von Uri Avnery, der auch einmal in der Knesset saß, und bei dem ich so gut wie jedes Wort, das er schreibt, aus vollem Herzen abnicken könnte.
    Schau mal z.B. hier – sein aktuellster Artikel: http://www.uri-avnery.de/magazin/artikel.php?artikel=487&type=&menuid=4&topmenu=4

    Oder denk an die Künstler beider Gruppen, die durch gemeinsame Arbeit versuchen, Brücken zu bauen.

    Nee, ein „die …“ sind alle doof, brutal, arrogant oder wie auch immer ist auch mir einfach zu platt und unreflektiert, und so wollte ich meinen Beitrag NIE verstanden wissen – sorry.

    Morgengruß
    Ulrike

  5. Geli sagt:

    nun ich wollte meine Meinung sagen, hatte auch gedacht, dass solche und andere Beiträge von dir Ulrike dazu gemacht sind, daß nun meine mit der deinen und anderer nicht übereinstimmt, hoffte ich, kein Problem zu sein, scheint es aber doch…werde mich zurückhalten demnächst…ich bin nicht beleidigt, fühle mich auch nicht angegriffen, aber mein Denken ist nun mal so…

    Geli

    Gelis letzter Blogeintrag: Danke und ein Prost !!

  6. Ulrike/Ulinne sagt:

    Und – Nante – natürlich sind ALLE Kriege brutal, und ich kann nicht verstehen, dass man dieses „Mittel“ der Politik in unseren an sich doch aufgeklärten Zeiten immer noch „nutzt“. Aber gerade bei Israel lege ich innerlich irgendwie andere moralische Maßstäbe an, weiß auch nicht genau weshalb. Vermutlich weil ich finde, dass ein Volk, das in seiner Geschichte so grauslig unter Verfolgung und Verbrechen zu leiden hatte, doch auch etwas Empathie für andere Völker entwickelt haben müsste und von daher anders seine Konflikte lösen können müsste, statt von den Verbrechern gelernt zu haben und ihre Verhaltensweisen zu übernehmen. In diesem Sinne erwarte ich auch von uns Deutschen, dass wir aus unserer beschämenden Geschichte gelernt haben und niemals wieder Menschenrechte verbrecherisch missachten oder Kriege beginnen.
    Bei vielen Israelis und Juden (sind ja nicht alle Israelis Juden) ist es sicher auch so, dass sie diese Form der Gewalt verachten, leider aber haben diese Leute in Israel nicht das Sagen.
    Für mich ist nur klar, dass die Konflikte mit den Palästinensern nicht durch Repressalien, Arroganz/Überheblichkeit und Gewalt gelöst werden können, und das müsste eigentlich auch der religiös Verbohrteste in diesem Land so langsam begriffen haben.
    Ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass es nicht leicht ist, sich gegen religiös verbohrte Palästinensergruppen zu wehren. Nur sollte man vielleicht mehr in den Blick heben, dass vielleicht das Eine das Andere bedingt …
    Jedenfalls möchte ich nicht in der Haut beider Gruppierungen stecken. Es ist ein schwieriges Feld …

  7. Ulrike/Ulinne sagt:

    Aber nun stell dir doch nur mal vor, Geli, man würde sagen „ALLE Deutschen sind obrigkeitshörig, penibel und spießig“, wie würdest du das für dich selber sehen?

    Also ICH wäre beleidigt, weil es mich – als Deutsche – nicht beträfe … 😉

  8. Nante sagt:

    Hallo, Geli!

    Du scheinst meine Kritik an Deiner Verallgemeinerung als Kritik an Deiner Meinung anzusehen.

    Mir sind doch Deine Präferenzen im Nahostkonflikt völlig gleichgültig…

    Es gibt mir NUR darum, eine so verallgemeinernde Aussage als falsch herauszustellen.

    Es gibt AUCH friedliebende Israeli – Ulrike hat Dir einen Link eingestellt – ich stelle noch einen hier ein ..

    http://www.pm-magazin.de/de/wissensnews/wn_id1004.htm

    Ja, Ulrike … das Nahostproblem ist ein weites Feld … ich möchte und kann es nicht beackern …
    Viele Israeli wandern aus, weil sie das Klima dort nicht ertragen.

    Nantes letzter Blogeintrag: Icke kann det Spaßen nich lassen

  9. Ulrike/Ulinne sagt:

    Ich würde mir ein Leben dort – neben soooo vielen religiösen Spinnköppen und in all der Gefahr – auch nicht zumuten wollen. Und dabei hab ich früher immer davon geträumt, mal in einem Kibbuz zu leben … 🙁

  10. Nante sagt:

    Ixh sehe das s wie Du — wenn ich daran denke, wie ich all die Bücher über die verschiedenen Allias “ verschlungen habe !!
    Oder Amos Oz ! Meir Shalev !
    Mir schien die Gesellschaftsform Kibbuz in de 60ziger als die einzige Möglichkeit, evolutionär zu einer gerechten Sozialordung zu kommen: törichtes Ding, das ich war…

    Nantes letzter Blogeintrag: Das Purimspil – Linz 2009

  11. Ulrike/Ulinne sagt:

    Ach, nicht töricht, Nante. Nennen wir es idealistisch. Denn damals wusste man ja auch noch nicht, was man heute weiß. Und man hatte damals gerade erst damit begonnen, die Nazizeit aufzuarbeiten, erfuhr viel vom Leid der Juden in Europa und hatte eigentlich NUR Fassungslosigkeit, Wut, Entsetzen und Verachtung für die Verbrecher und Mitgefühl und die totale Solidarität mit Israel im Herzen. Mir ging es jedenfalls so.
    Doch schon lange machen die Hardliner in Israel in mir all diese positiven Gefühle wieder kaputt, und die Kibbuze meiner Sehnsucht sind ja auch schon lange nicht mehr, was sie mal waren …

  12. Wolfgang aus Greifswald sagt:

    Hallo liebe Ulrike,
    habe grade interessiert die hitzige Diskussion hier verfolgt. Ich bin nun eindeutig PRO Israel, das heißt aber nicht, daß ich alles kritiklos gutheiße, was derzeit da läuft. Aber es ist auch Demokratie, wenn dort Herr Netanyahu wieder ans Ruder gerufen wird. Ich fürchte, durch ihn und seine Likud wird mehr und mehr Gewalt raumgreifen, auch angeheizt durch Demagogen wie Herrn Lieberman von der ultrarechten „Yisrael Beit enu“ Es wird wieder zu Intifada- ähnlichen Ausschreitungen kommen, die kein noch so hoher Zaun verhindern wird. Die einen sagen : „Wir treiben Euch ins Mittelmeer“ und die anderen „Nie wieder wird Masada fallen!“.
    Es wird leider niemals Ruhe in EretzYisrael einziehen, niemand gibt auch nur ein Jota weit nach, nicht im Gazastreifen, nicht im Westjordanland und nicht im Golan aber das Gros der dort wohnenden Leute würde lieber heute als morgen in Frieden seiner Arbeit nachgehen. Scharfmacher auf beiden Seiten wissen das aber wirkungsvoll zu verhindern. Die einen freuen sich diebisch, wenn sie die anderen mit Kassam- Raketen piesacken – und die anderen mobilisieren ihre HighTech- Waffen und hauen wild um sich. So wird ewig der eine dem anderen Rache schwören und wir gucken hier aus D-Land zu, koppschüttelnd, fragend „Habt Ihr se noch alle????“ Kadima und Arbeitspartei, Zipi Livni und Ehud Barak würden mit ihrer Politik auch nicht weiterkommen, die Arbeitspartei hat in ihrer regierungszeit auch nicht den weiteren Bau israelischer Siedlungen im Westjordanland verhindern können (oder wollen). Und wir werden ratlos dastehen. Also wer hier einen machbaren Lösungsvorschlag hätte, der müßte schon göttliche Gaben besitzen. Das läßt sich wohl unter Menschen nicht klären. Zu tief sitzt auf beiden Seiten das Mißtrauen, das auch nach allen Regeln der Kunst von beiden Seiten genährt wird.
    Ich wünsche allen in Palästina und EretzYisrael Regierenden DIE göttliche Eingebung, mit Hilfe derer sie eine Lösung der Lage erreichen können, denn das Land ist einfach auch viel zu schön, als daß es durch diese ewigen Kriegereien kaputtgemacht wird.
    In diesem Sinne: Shalom alechem wünscht der Wolfgang aus der schönsten Hansestadt am Ryck.

  13. Nante sagt:

    Jetzt habe ich das gefunden, wonach ich als weiteren Beweis dafür suchte, dass es Israeli gibt, die emigrieren — aus oben diskutierten Gründen. ANGELIKA SCHROBSDORFF

    http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/specials/130546/index.html

    PS: Ihr Buch Originaltitel: Du bist nicht so wie andere Mütter
    Roman. dtv Der TaschenbuchVerlag 1996
    556 Seiten, ISBN: 3423119160

    habe ich gekauft, verschlungen und in den Bücherschrank gestellt..

    http://www.die-leselust.de/buch/schrobsdorff_angelika_muetter.htm

    Nantes letzter Blogeintrag: Heimat, verlorene erste Heimat – ein Traum nur noch – aber ein fröhlicher

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