Kinderbücher aus Pappe = gefährlich???

Stimmt, zu diesem Thema hätte ich eigentlich schon längst etwas schreiben/sagen sollen, liebe Christel. Gut, dass du mich per Mail danach gefragt hast.

Kein Wunder, dass viele Bürger höchst skeptisch sind, wenn es um die EU geht. Viele unverständliche und als regelrecht dumm, als bürokratischer Schwachsinn empfundene Entscheidungen, die man dort in den Kommissionen fällt. Nicht selten auch ein Hin und Her, bei dem man sich fragt, ob das eigentlich reine Beschäftigungstherapie für sich selbst ist, was sie da tun.
Da müssen z.B. Gurken zunächst in einer bestimmten Weise – also nur ganz leicht – gebogen sein, nach einigen Jahren dann erkennt man aber wohl endlich, dass das grober Unsinn ist und lässt die Gurken wieder so sein, wie Gurken von Natur aus eben wachsen. Die Form ist ja eigentlich auch völlig wurscht, hauptsache sie schmecken gut.

Neues Kopfschütteln verursacht die Überlegung dieser „beschäftigungstherapeutischen EU-Gruppe“, Kinderbücher aus Pappe zu verbieten. Kinder könnten angeblich Ecken abbeißen, sich daran verschlucken und ersticken … (Hier ein Bericht dazu vom WDR.)

Aber hallo, liebe EU-Therapie-Gruppe, gehts noch?!

Gibt man euch in Brüssel oder Straßburg nichts Sinnvolles zu tun, so dass ihr euch so tolle Themen wie dieses ausdenken müsst?
Ah ja, ich verstehe …
Wir mussten ja auch Tausende von 2-5Jährigen beklagen, die – seit es Kinderbücher aus Pappe gibt – damit bereits tödliche Erfahrungen gemacht, Ecken abgebissen und sie verschluckt haben und daran gestorben sind. (Ironie/aus)

Oder?

Die Wahrheit ist doch, dass so etwas NOCH NIE passiert ist (jedenfalls nicht dokumentiert.) Und in der Regel werden Kinder in dem Alter, für die solche Bücher aus 4 bis 6mm dicker Pappe gedacht sind, es niemals schaffen, davon mit ihren kleinen Zähnchen und dem schwachen Beißapparat eine nennenswert große Buchecke am Stück abzuknabbern und runterzuschlucken. Sie lüllern vielleicht ein bisschen daran herum, und deshalb ist wichtig, dass in der Pappe keine Schadstoffe sind, aber das wars dann auch schon.

Was für ein bürokratischer Schwachsinn also mal wieder!

Und das Schlimmste: Diese Regel wird wohl tatsächlich in Kraft treten, wenn nicht zumindest einige Mitglieder dieser Selbst-Therapie-Gruppe ihr Gehirn und ihren Verstand einschalten.

Vielleicht sollte da aber doch dringend mal ein Psychiater ran …

10 Gedanken zu „Kinderbücher aus Pappe = gefährlich???

  1. Geli sagt:

    aber hallo Ulrike…was verlangst du denn wieder heute…wo nix ist, kann nix abgeschaltet werden und wo kein Verstand ist, kann nur sowas entschieden werden…also bitte etwas Nachsicht mit dieser gehirnlosen Truppe 🙂

    schönen Abend und ich komme immer wieder, es lohnt sich immer hier…

    lG Geli

  2. sue sagt:

    also ich korrigiere dich mal – meine tochter hat halbe pappbilderbücher verschlungen, darunter auch ein sicher sehr bakterienverseuchtes, denn das hatte sich schon von mir, meinem bruder, meinem neffen und meinem sohn annagen lassen. richtiggehend gefressen wurde es erst von madame, danach konnte ichs wegwerfen.
    ein peinlicher anruf beim zahnarzt ist mir auch noch in erinnerrung, als jule einen terminzettel soweit verspeist hatte, dass ich nicht mehr wusste, wann… und auch tapete hat sie nicht an der wand gelassen (armes, verhungertes kind).
    scheinbar isse mit 19 jetzt noch einigermassen gesund, aber wir harren jetzt der spätschäden.
    😉

  3. Ulinne sagt:

    Moin Sue,
    jaaaaa – die raspeln da vielleicht von der Pappe auch nach und nach ein paar Krümel ab und verschlucken die, doch die kleinen Würmer schaffen es doch nicht, eine komplette Ecke abzubeißen, die evtl. verschluckt und zum Erstickungstod führen könnten. So etwas würde ja nicht mal ich mit roher Gewalt schaffen …
    Deine Süße scheint ja ein richtiges Papierfress-Monster gewesen zu sein, vor der war offenbar ja garnichts aus Papier sicher … *lach*
    Hoffen wir, dass die „Spätschäden“ ausbleiben. 😉

  4. Brigitte sagt:

    Ja, ist schon seltsam, mit welchen Beschäftigungen man ein Schweinegeld verdienen kann. Aber da gehört sicher eine besondere Begabung dazu, denn welches gesunde Hirn kommt auf derartige Ideen.
    Tschüssi Brigitte

  5. Sianna sagt:

    Also, jetzt les ich gerade bei Dir interessiert weiter – und schon wieder fehlen mir die Worte *lach*
    Diese Papp-Kinderbücher gibt es nun schon jahre-, ach, jahrzehntelang und jetzt sind sie gefährlich. Ja, nee, is klar… Gefährliche Bücher… hm, die kenn ich doch bisher nuraus Walter Moers „Stadt der träumenden Bücher“ 😉

    LG
    Sianna

  6. Christelinchen sagt:

    Na, geht doch ! Endlich habe ich es geschafft, einen Kommentar in deinen Blog zu setzen. Oder?

    Ich warte nun nur noch auf den Maulkorberlass für unsere Kinder,denn schließlich können sie fast alles in den Mund stecken und daran ersticken.Bausteine, Duplos, Lego, selbst Lebensmittel eignen sich hervorragend.Denn wenn sie Zähne haben, mit denen sie Pappdeckel abbeißen können, werden sie wohl nicht mehr mit Brei zufrieden sein.
    Das Kopfschütteln habe ich mir abgewöhnt, denn sonst fällt mir alsbald der Kopf von den Schultern.
    Gruß und trotzdem schöne Weihnachten wünscht Christelinchen

  7. Ulrike/Ulinne sagt:

    Christelinchen, ich bin begeistert, dass du mir tatsächlich auch mal einen Kommentar schreibst. :-))))
    Und natürlich muss ich dir Recht geben. Wenn vielleicht auch nicht gerade Duplo, weil die ziemlich groß sind, zumindest aber Legosteine (evtl. von den älteren Geschwistern) wären demnach eine noch sehr viel größere Gefahr, denn die sind ja auch noch aus hartem Plastik!
    Sofort an die Therapie-Gruppe schreiben: Lego verbieten!!!
    *grins* (Beim Grinsen fällt mir wenigstens der Kopf nicht ab …) 😉

  8. kalle sagt:

    Aus welchem Material sollen die Bücher in Zukunft sein? Aus Kunststoff? Dann enthält er giftige Substanzen; aus Holz? Hoffentlich nicht gebeizt…; aus Metall? Viel zu scharfkantig…; aus Stein? Das wäre schwer *g. Wie du siehst, findet man immer einen Grund etwas zu verbieten. Aber wir entwickeln gerade eine neuen Kultur der Verbote…

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