Krieg in Mali – Krieg um Land für Investoren?

Beim Krieg in Mali klingeln in mir so einige Glöckchen. Liegt daran, dass ich vor ein paar Tagen einen Arte-Beitrag über Reis gesehen habe, in dem auch Mali eine Rolle spielte: Krieg um den Reis

Darin war die Rede davon, dass Mali sich in Punkto Reis – weltmarkt- und Reis-Connection-technisch – recht selbstbewusst gab und zunächst dafür sorgte, dass die einheimischen Bauern ihren Reis selbst anbauten (Unabhängigkeit vom Weltmarkt also), da Reis auf dem Weltmarkt durch eine geschickte Rückhalte-Politik der Reis-Produzenten (z.B. in Bangkok) sehr teuer geworden war.

Eigentlich ein Drama für Afrika, aber Mali machte da eben eine Ausnahme, was nicht jedem gefiel. Irgendwann fiel auch der sich sehr selbstbewusst und sozial gebende Präsident offenbar um und verschacherte das Land, das zunächst die Einheimischen beackerten (bei der Vermarktung aber nicht unterstützt wurden, so dass sie ins benachbarte Ausland verkaufen mussten), an ausländische Investoren. Einfach so, ohne die Bauern zu fragen oder gar zu entschädigen. Alles Land ist dort ja staatlich und gehört eigentlich sonst niemandem …

Nun, da es in diesem Land Auseinandersetzungen mit Islamisten gibt, frage ich mich, ob es bei der Auseinandersetzung mit Frankreich wirklich nur um die Bekämpfung des Islamismus geht, oder auch um Landrechte für die privaten Investoren im Land.
Was wollen die „Islamisten“ dort? Stehen sie etwa auf der Seite der Bauern, denen man das Land weggenommen hat, und bedrohen nun die Pfründe der Investoren??
Was genau ist da los?
Hm …

Hier bei youtube der Teil, in dem es um Mali geht:

3 Gedanken zu „Krieg in Mali – Krieg um Land für Investoren?

  1. Sommerluchs sagt:

    Gleich neben Mali ist Niger, und von da bekommt Frankreich das Uran für seine Atomkraftwerke her. Deswegen muss wieder einmal der internationale Terrorismus, der Europa so bedroht, von der westlichen Wertegemeinschaft auf’s Entschiedenste bekämpft werden.

  2. Ulinne sagt:

    Ja, damit könnte es auch zu tun haben, Reinhard. Und du hast Recht: So bald man mit dem Islamismus droht und beiläufig auch noch die Begriffe „Terrorismus“ und „Al Kaida“ in den Raum wirft – wie z.B. eben in etlichen Nachrichten – ist schon klar, dass man die Bevölkerung von der Notwendigkeit eines solchen Einsatzes überzeugt hat.
    Ich glaube im Grunde garnichts mehr, was man uns erzählen will. Ich glaube zwar ebenfalls, dass die Islamisten nicht alle an der Waffel haben und deshalb auch gefährlich sind, aber unsere „Krieger“ sind es auch … 🙁

  3. Sabine sagt:

    Ich habe eben gestern gehört dass die Bundesregierung den Verbündeten beistehen will und Paris logistische Hilfe anbietet. Doch der Konflikt in Afrika ist explosiv – schlittert Deutschland in den nächsten militärischen Dauerkonflikt? Ist das, was wir möchten?

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