Küken-Brutbox zu verschenken!

Nun wird es demnächst wieder Frühling, und vielleicht hat jemand Lust, mit der Hühnerhaltung anzufangen. Ich hätte eine Küken-Brutbox zu verschenken, mit der man sich – so man sich denn befruchtete Eier besorgen kann, selbst Küken ausbrüten lassen kann!
Bilder davon kann man hier sehen, da hab ich von diesem aufregenden Ereignis ein Schlupftagebuch geführt, und die Hühner-Info hat das (mit meiner Genehmigung) damals übernommen: http://www.huehner-info.de/infos/brueten_tagebuch.htm

Müsste nur bei uns in Neuenkirchen (bei Rheine) abgeholt werden. (Bei Interesse bitte per Mail – steht hier im Impressum – mit mir in Verbindung setzen und Termin vereinbaren!)

Die Kükenschlupf-Tagebuch-Datei setze ich vorsichtshalber auch hier nochmal mit ein, da man ja nie weiß, ob die Inhalte hinter Links ewig so bleiben. Immerhin existiert diese Seite bei der Hühner-Info nun schon seit über 14 Jahren, vielleicht mistet man dort ja irgendwann mal aus …

Fotografiert hab ich damals im Jahr 2001 übrigens noch mit einer allerersten Digi-Kamera, die ich von einem Freund geschenkt bekommen hatte, nachdem er sich selbst eine neue gekauft hatte. Ein seltsames, kleines Ding, sehr, sehr „einfach“, aber immerhin, ich hab mich gefreut … 😉
Aber da es so ein einfaches Kistchen war, sind die Fotos damals noch nicht so ausgefallen, wie ich es mir gewünscht hätte. Trotzdem sind sie für mich quasi ein „historisches“ Dokument, das ich nicht verlieren möchte, denn die größeren Originalversionen hab ich auf keiner meiner Platten mehr finden können.

Küken schlüpfen

1. Mai 2001

Da ist er nun – der Monat, in dem es das schönste Grün und die grellsten Blütenfarben gibt, in dem es in den Adern kribbelt und nicht nur die Maiglöckchen sprießen. Draußen noch nicht alles verschandelt von dunklen Pilzflecken, Mehltau und all den anderen Heimsuchungen der Natur/des Sommers, und in uns selbst das Scharren mit den Hufen. Neustart. Frisch gemähter Rasen überall. (Riech ich furchtbar gern.) Gestern abend Maifeiern, gut gelaunte Leute, (da sieht man mal wieder, was Licht und Wärme bewirken), Musik …. dummdidumm…

2. Mai 2001

  1. Bruttag: Ich hab gerade eben was Tolles erlebt! Wasser in die mittlere und in die kleinste Rinne gefüllt, dann noch kurz lüften lassen, mich vor die Brutkiste gehockt und die Eier testweise mal ein bissel angepiept und ruhig auf sie eingesprochen. Ich weiß ja, dass eine Glucke bei der Brut auch mit ihren Eiern kommuniziert, und da nun klar ist, dass wohl *ich* die Mama spielen muss, mach ich da prägungsmäßigauch nix kaputt, dachte ich mir.
    Zuerst war es nur eins, dann immer mehr: Die Eier bewegen sich, wenn man mit ihnen redet!!!
    Toll, was?
    Eins von ihnen scheint besonders hibbelig zu sein. Kann es wohl kaum abwarten … *g*Das Ei mit dem kleineren Keim hab ich gestern abend doch rausgeholt. Ist nicht weiter gewachsen, das kleine dunkle Ding drinnen. Viel zu viel Helles noch drum herum, und da ging ich davon aus, dass es abgestorben ist. Zumal es – im Gegensatz zu den übrigen – schon beim kurzen Lüften rasch auskühlte. Die anderen wärmen weiter mit Eigentemperatur.
    Vielleicht mache ich nachher mal die Warm-Wasser-Probe. Erstens ist es so kurz vor dem Schlupf gar nicht schlecht, wenn die Schalen mal ein wenig feuchter werden, und zweitens kann man auch _dabei_ sehen, wie lebendig die Kleinen sind. Habt ihr schon mal Eier im warmen Wasser tanzen gesehen?

Kuekenschlupf-1
Und so sieht es im Moment aus – das Gelege. Im mittleren Ei aus der zweiten Reihe von links (unterm Thermometer) geht die Party am heftigsten ab. 😉

Morgen kommen die Wenderollen raus, damit die Kleinen sich beim Schlupf nicht die Füßchen einklemmen.
Nee, ich hab mir die Anleitung gerade noch mal durchgelesen. Der Einsatz musste heute schon raus, und jetzt darf die Kiste bis zum Schlupf nicht mehr geöffnet werden, damit das feuchtwarme Schlupfklima nicht mehr zusammenbricht. Wenn die Kleinen sich alle ausgepellt haben, müssen sie 24 weitere Stunden drin bleiben. In der Zeit leben sie von ihrem Dottersack, trocknen langsam ab und verwandeln sich in die Wollkügelchen, als die wir sie kennen.

3. Mai 2001

Vor lauter Steuer-Akten-und-Papierstapel-Gewühle während der letzten Tage hab ich kaum Nachrichten mitbekommen.
Morgen geht es endgültig zum Steuerberater. Jetzt hab ich – so weit ich es überschauen kann – endlich alles beisammen. Drei Kreuze und Ruhe bis zum nächsten April! Hach … <reckundstreck>

4. Mai 2001 (nachts um 00:33)

Es klopft schon zart gegen die Eierschalen, und wenn man den Atem anhält, hört man es leise fiepen in der Brutkiste … 😉

4. Mai 2001 (12:04)

Gerade aus einem der Eier kurz das erste Schnäbelchen herausschauen gesehen. Bricht eine kleine, runde Platte aus der Schale – ca. 3-4mm im Durchmesser.
Außerdem ist das Piepen jetzt mehrstimmig und teilweise schon ziemlich laut.

4. Mai 2001 (14:06)

Das zweite Ei ist angepickt. Die Stimmen werden lauter. Imme meint, es klingt „verzweifelt“, weil sie nicht so schnell rauskommen, wie sie wollen. <lach>
Nee, nee, da wird nix geholfen, die Kiste bleibt zu.

4. Mai 2001 (15:43)

Ich komme gerade vom Steuerberater zurück, und was sehe ich?
Juchhuu, das erste Küken ist raus! Das aus dem zweiten angepickten Ei. Scheint energischer, als das aus dem ersten.
Dunkel isses – mit einem braunen Streifen auf der Stirn. Und natürlich noch nass. Könnte vielleicht ein braunes werden … 😉

4. Mai 2001 (17:41)

Zwei weitere Eier angepickt, und ein neues Küken da! (Auch ein dunkles übrigens. Mit hellem Brüstchen.)
Mann, ist das SPAAANNEND!! ;-))
Kaum zu glauben, was da innerhalb von so kurzer Zeit so alles komplett heranwächst. Wahnsinn!

4. Mai 2001 (21:29)

Es zieht sich jetzt ja doch länger hin, als ich dachte. Zwei neue Eier zwar angepickt, kleine Löchlein drin, lautes Gepiepe daraus, aber richtig frei von der Schale sind noch immer nur zwei.

4. Mai 2001 (23:55)

Hier zwei erste Fotos. Sie sind nicht so toll. Ich hab sie ohne Blitz durch das Sichtfenster des Brutkastens geschossen und dann stark aufgehellt. Aber es ist doch schon mal was, oder?

Kuekenschlupf-2
Kuekenschlupf-3
Grob erkennen kann man was, gell? 😉

Stand der Dinge:
2 Küken ausgeschlüpft.
Eins fast (das mit dem unteren Loch ist schon ziemlich weit jetzt).
2 Eier angepickt, und man sieht, dass weiter daran gearbeitet wird.
Weitere Eier in Bewegung.

5. Mai 2001 (01:09)

Vier Küken sind jetzt da. Ein helles und drei dunkle.
Das helle kann genetisch nur von meinem Lieblingshuhn Fritzi stammen.

Das helle Hühnchen wird natürlich – so bald es trocken ist – eins von diesen gelben Kügelchen, die Engelbert als Vorstellung im Kopf hat. Und wenn es ein Hahn ist, Engelbert, kriegt es deinen Namen. 😉
Sonst noch jemand Namenswünsche? (Broxi und Geli sind schon weg, aber wie es ausschaut, brauch ich noch ein paar … *g)

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5. Mai 2001 (10:00)

Ich spurte hier zwar schon seit etwa sieben herum, hab aber jetzt erst neue Fotos gemacht und brauchte eine Weile, bis ich sie einigermaßen so hatte, dass man was erkennen kann. (Die Bilder waren pechschwarz. Zu sehen war zunächst gar nix.)

Hier zum Beispiel:
Kuekenschlupf-10

Das Helle und zwei Dunkle – ja, ich weiß, ging nicht besser ohne Blitz.
Könnte fast von Hamilton sein, was? 😉

Oder dieses hier:
Kuekenschlupf-11
Der (?) kleine Engelbert
Man beachte die Schmachtlocke am Hinterkopf. *g*

Stand der Dinge:
8 Küken geschlüpft – ein helles, sieben dunkle.
1 Ei angepickt – aber das war es gestern abend schon.
Ich schätze, das Kleine hat es nicht geschafft.
Und ich schätze weiter, dass nix mehr kommt …

5. Mai 2001 (13:02)

Gerade eben hat mich noch ein braun-schwarz-gesprenkeltes Küken überrascht! Das neunte also.
Aber immer noch nix aus dem gestern schon angepickten Ei.

5. Mai 2001 (19:12)

Endlich sind die Kleinen raus aus der Brutmaschine. Ich hab sie eben umgepackt in ihre neue Kiste. Etwa 4 Wochen lang wird das nun ihr „Eigenheim“.

Kuekenschlupf-12 Kuekenschlupf-13 Kuekenschlupf-14

5. Mai 2001 (20:36)

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So, jetzt werd ich mit Michi auch erst mal lecker chinesisch essen gehen.
😉

Die übrigen Eier sind noch in der Brutmaschine. Könnte ja sein, dass noch was kommt …
Falls nicht, ist es auch nicht schlimm. Diese 9 Küken wachsen schnell, und dann weiß man, dass es ganz schön viel ist. 😉

6. Mai 2001

Ach, es ist schon fantastisch.Am siebten Tag gerade mal ein dunkler Punkt im Ei, und nun ist alles dran, was dran gehört: Schnäbel, Füßchen, Augen – ein kleines, komplettes Körperchen, eingehüllt in puscheligen Flaum. Toll, was die Natur da in so kurzer Zeit zustande bringt! Ich bin beeindruckt.

Neben dem Kükenaufzuchtfutter aus der Mühle hab ich den Kleinen heute morgen klein gehackte Brennnesselspitzen und hartgekochtes Ei gegeben. Ja, Pearlie, das kenne ich auch noch von meiner Großmutter. Am liebsten würde ich die Küken auch NUR so füttern, aber ich hab auch ein wenig Angst vor Kokzidiose, (und in diesem Aufzuchtfutter ist halt ein vorbeugendes Mittel immer gleich mit eingebaut.)
Informationen über diese Krankheit hab ich schon länger, (auch wenn noch nie bei eigenen Tieren erlebt), doch Warnungen wie diese lassen mich dann doch wieder vorsichtig sein:

„Wenn Sie jetzt wieder neue Küken aufziehen, denken Sie daran:
Die Kokzidiose ist eine der am weitesten verbreiteten Erkrankungen im Geflügelbereich. Die Kokzidiose ist eine durch Darmparasiten hervorgerufene Darminfektion, die besonders in der Jungtieraufzucht zu heftigen Durchfällen und damit verbundenen erheblichen Tierverlusten führen kann. Auch Küken, die eine Kokzidiose überstehen, bleiben immer in ihrer gesamten Konstitution hinter gesunden Tieren zurück. Die Farbe der Ständer und die gesamte Gefiederentwicklung dürfen in ihrer Entwicklung im Kükenalter nicht durch Krankheiten gestört werden. Eine Darminfektion z.B. durch die Erreger der Kokzidiose führen aber zu einer Darmentzündung, die die Küken schwächt.“

Tja, leider muss man sich mit diesen Dingen beschäftigen, so bald die Küken aus dem Ei sind. Denn natürlich fragt man sich: Wieso schaffen es die Kleinen bis zum Schlupftag, bringen sogar ein Loch in die Schale, und dann geht nix mehr, und sie sterben ab?

Nachdem ich vorhin die Brutmaschine ausgestellt habe, musste ich – neugierig, wie ich nun mal bin – natürlich nachschauen, was in den übrigen Eiern los war. Zwei angepickt. Darin ein braunes und noch mal ein weißes. Schade aber auch! Beide voll ausgebildet. Dann hab ich noch eins aufgemacht. Wieder ein voll herangewachsenes schwarzes drin mit hellem Brüstchen.
Hach, da könnte man … Schlimm, dass so etwas passieren kann, nicht wahr?

Jetzt ist die Brutmaschine ausgewaschen und desinfiziert und trocknet draußen unter der Veranda.

Die 9 Kleinen sind gut drauf. Fressen, trinken gut, säubern sich das … (wollte gerade schreiben „Fell“, weil es ja in der Tat noch so aussieht. *g)

Und Engelbert hat gedichtet:

„ich wollt‘, ich wär ein Huhn
und hätt‘ nicht viel tun
und eh‘ ich’s mich versehe
ich in einer Kiste stehe
und wie immer Außenseiter bin
denn sonst sind lauter and’re drin
bin gelb, flauschig, kuschelweich
und an Phantasien reich
denn vielleicht schon bald ich krähen kann
weil ich werd‘ ein richtig großer Hahn“

Schön, Engelbert. 😉
Und nein, natürlich kann ich die dunklen Küken jetzt noch nicht auseinander halten. Doch in ein paar Tagen, wenn sie ein bissel gewachsen sind – man mag es kaum glauben -, erkennt man ein paar Eigenheiten, wenn man die Süßen täglich ein paar Mal sieht. Dann gehts.

7. Mai 2001

Krach – Peng – Bumm! Irgendwas ist umgefallen. Wilde Aufregung im Wohnzimmer. Dodo knurrt. Eine Katze auch. Und durch den Türspalt sehe ich vom Büro aus etwas Dunkles über den Boden flitzen. Dodo und zwei Kater hinterher. Nein, das war keine Maus. Zu groß dafür. Die werden mir doch keine Ratte …?
Eilig sehe ich nach. Vor dem Sofa scheint Dodo es erwischt zu haben. Es zappelt in ihrer Schnauze. Willie ist auf dem Sprung, und Felix hält sich – wie immer – ein wenig zurück. Schissbüx. *g*
Ein kleines Karnickel!
Als ich vorwurfsvoll „Dodo“ schimpfe, lässt sie es sofort fallen. Das Kleine spurtet zurück. Einmal wieder quer durch die 13 Meter – bis hin zur Glastür nach draußen. Springt verzweifelt gegen die Scheibe. Willie ist schon fast dran.
Doch ich bin schneller. Greife zu, bekomme es zu packen. Tür auf, Karnickel raus, Tür wieder zu. Gerettet. Willie geifert ihm nach, aber keine Chance mehr … 😉

Die Küken sind wohlauf. Ein wenig auseinander halten kann ich sie schon. Neben dem weißen Engelbert setzt sich der pechschwarze Jonas von der Gruppe ab. Einige haben weiße Flügelspitzen, ein weißes Lätzchen und einen weißen Pöter. Bei anderen ist das Hälschen grau und der Popo auch. Flügelchen teilweise auch grau oder schwarz. Wie viele es jeweils genau sind, kann ich noch nicht genau ausmachen, weil sie ständig durcheinander rennen. Aber das bekomme ich auch noch raus. *g* Ich werde nachher mal versuchen, neue Fotos zu machen.

8. Mai 2001

Wie geht es den Küken?
Gut! 😉

Engelbert und der schwarze Jonas legen schon mal die Ränge fest:
Kuekenschlupf-17

Auge in Auge, Schnabel an Schnabel …
Ja, schon nach zwei Tagen geht es richtig zur Sache.

Kuekenschlupf-18
Die Zeit des In-die-Ecke-Quetschens ist vorbei.
Fressen gut, saufen gut, alles gut. 😉