Manager-Gehälter

Während der letzten Tage habe ich im TV diverse Diskussionen zu den überzogenen Manager-Gehältern verfolgt – nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Schweiz und in Österreich. (3sat)

Manager-Gehälter von Unternehmen/Banken, die staatliche Hilfen in Anspruch nehmen, auf etwa 500.000,-EUR in der Höhe zu begrenzen, geht zumindest in diesen drei Ländern um (vielleicht ja auch noch in anderen Ländern der EU), und auch in den USA gibts ja den Obama-Vorschlag zu einer Begrenzung auf 500.000,-Dollar.

Nun argumentieren die Manager-Lobbyisten, die eine solche Begrenzung natürlich gern verhindern würden, quer durch die jeweiligen Diskussionen der Länder immer wieder damit, dass – sollte man diese Obergrenzen einführen – eine Abwanderung der bisher überbezahlten* Manager (*Anmerkung Ulinne-Redation nach eigenem, aber mehr als deutlichem Empfinden) zu befürchten sei …

Ich hab da mal ’ne Frage:
Wenn man sich einig wäre und in allen, oder zumindest vielen westlichen Industrieländern solche Obergrenzen eingezogen würden, wohin sollten die dermaßen „gequälten“ Manager (mein Gott, wie sollen sie nur mit 500.000,-EUR auskommen …?!) denn dann abwandern?

Nach China?
Nach Indien?
Nach Russland?
Nach Südafrika?
Nach Südamerika? …

9 Gedanken zu „Manager-Gehälter

  1. Nante sagt:

    in Zeiten wie diesen, MÜSSEN Unternehmen, die vom Staat „Hilfe“ verlangen, die Gehälter ihrer Manager auf ein vertretbares Niveau zurückschrauben.

    Was Unternehmen, die ( NOCH) in grünen Zahlen sind, ihren Managern zahlen, muss der Aufsichtsrat selbt bestimmen können.
    Merkel (CDU) und Koalition und Faymann(SPÖ) und Koalition liegen hier ganz richtig. Dabei betrachte ich diese Gehaltsfakten rein vom staatspolitischen aus- vom Steuerzahler, der blechen muss – die Frage der sozialen Grechtigkeit klammere ich aus. Sonst würde ich schwer ins Grübeln kommen.

    Grüßchen
    Nante

  2. wetterhexe sagt:

    Es geht ganz klar nicht an, dass sich Unternehmen Staatsknete geben lassen und damit fette Gehälter ihrer Manager bezahlen.
    Hier eine Obergrenze einzuziehen, halte ich nur für fair.
    Ich würde sogar noch weiter gehen und fordern, dass diese Manager mit dem eigenen Vermögen für Fehlleistungen haften müssen.
    Schließlich müssen auch die Arbeitnehmer bei vorgenommenen Entlassungen ihren Kopf hinhalten und empfindliche Einkommenseinbußen hinnehmen.
    Bonuszahlungen und Dividenden dürfte es meiner Meinung nach nur bei gesunden Unternehmen geben, die nicht auf Staatsgeld angewiesen sind.
    Die anderen müssen auf Sparflamme bleiben und auf einen vernünftigen Kurs zurücksteuern.
    Wenn man bedenkt, dass auch wenn ein Unternehmen praktisch schon am Boden liegt, noch völlig überzogene Gehälter bezahlt werden, könnte man wütend werden.

    LG Wetterhexe

  3. Nante sagt:

    Ja, Wetterhexe ..

    Was aber ( ich denke da an Österreich) absolut uneinsichtig ist, dass , wenn das Unternehmen schon im Insolvenzverfahren steckt, die Manager noch – je nach Vertrag – Unsummen von Abfindungen abkassieren … die Belegschaft aber bereits entlassen oder in Kurzarbeit ist.

    Das ist unmoralisch … und die Steuerzahler(innen sind wieder einmal die Blöden ….

    Ich weiß nicht, wie das in der Bundesrepublik geregelt ist.

  4. Ulrike/Ulinne sagt:

    Hier in Deutschland ist es offenbar sogar so, Marianne, dass die Arbeitnehmer, so sie denn von einer anstehenden Insolvenz eines Unternehmens wissen, die Gehälter, die sie seitdem noch bekommen haben, an den Insolvenzverwalter zurückzahlen müssen!!!
    Unglaublich, was?
    Da wollen Leute für ihre Chefs (und natürlich auch für sich selbst) einen Betrieb retten, legen sich ins Zeug und geben alles, und dann will man ihnen das Geld, das sie mit ihrer Arbeit *verdient* (!) haben, wieder aus der Tasche ziehen, um andere Gläubiger damit zu befriedigen.
    Das ist doch KRANK!

    Ja, und darüber, dass es unmoralisch ist, wie Manager die Unternehmen, die sie führen, auf völlig unverhältnismäßige Weise aussaugen, dürfte uns beiden wohl klar sein – auch dann, wenn der Betrieb nicht durch staatliche Mittel gestützt wird. Man sollte die Manager in die Wüste schicken und sich ausrechnen, wie viele normale Arbeitnehmer man für das Geld beschäftigen können würde. Sicher sind dann auch ein paar Leute dabei, die so viel Grips im Kopf haben, dass sie ein Unternehmen auch ohne solche Gier-Manager führen können …

    Da stimmt doch vorn und hinten das Verhältnis nicht!

  5. Richie sagt:

    Hallo Ulrike!°

    Zumindest Russland wäre in der Lage solche Summen zu zahlen.

    Ich weiß zwar nicht, ob 500000,-€ jetzt die passende Grenze ist, aber für mich ist auch klar, so kann es nicht weiter laufen. Horrende Gehälter und wenn die Bude pleite geht, dann sitzt die den Staat finanzierende Mittelschicht auf der Strasse und der Manager wechselt mit goldenem Handschlag einfach zur nächsten Firma. Das kann der Weisheit letzter Schluß ganz sicher nicht sein.

    Wichtig wäre, dass man sich des Themas intensiv annimmt. Wichtig wäre auch, wenn Manager nach leistung bezahlt werden. Sopll der Herr Wiedeking doch ruhig gut verdienen, wenn er mit Porsche 5,9 Milliarden Euro Gewinn erwirtschaftet hat. Aber wenn er miese macht, dann müsste man auch nur ein geringes Grundgehalt bezahlen.

    Schwieriges Thema.

    CU

    Richie

    Richies letzter Blogeintrag: andere Zeiten

  6. wetterhexe sagt:

    Das Dilemma ließe sich doch ganz leicht regeln.
    Man müsste die Manager nach der Anzahl der Mitarbeiter bezahlten.
    Je mehr MItarbeiter, desto mehr Knete.
    Das könnte Massenentlassungen dann doch erheblich mildern.

    Da würden diese Typen dann urplötzlich ihre soziale Ader wiederentdecken. :-)))

    LG Wetterhexe

  7. pope sagt:

    @Undine

    also weißt Du!? Wie kannst du in deiner Liste der Auswandererländer nur China mit aufnehmen. Nach China kann KEIN deutscher Manager auswandern. In China steht auf Korruption die Todesstrafe. Die deutschen Manager würden dort kein halbes Jahr überleben.

  8. Ulrike/Ulinne sagt:

    *lach* „Undine“ ist nett. 😉

    Ich wollte mit der kleinen Liste ja auch nur ausdrücken, dass die gar keine wirklichen Alternativen haben. Die laufen also nicht weg, auch wenn man das immer wieder gern als „Argument“ anführt …

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