Ein Gedanke zu „Monsanto hat eine Schlacht verloren!

  1. heinz feichtinger sagt:

    Heinz Feichtinger, Schlöglgasse 6, A 6020 Innsbruck, T +43 681 / 1038 7325 heinzfeichtinger@aol.com

    Anlässlich der Entscheidung des Ministerrats der Umweltminister der Europäischen Union heute am 2. März 2009 wollten wir etwas vorlegen :

    Argumente für ein weltweites Moratorium der Verbreitung gentechnisch veränderten Saatguts in der landwirtschaftlichen Nutzung.

    Es geht uns darum zuerst eine Sicherheitsarchitektur zu entwickeln, bevor noch Schlimmeres passiert. Wir wollen verhindern, dass der bisher schlimmste Fehler, der der technischen Zivilisation bisher passiert ist, dass man nukleare Kraftwerke in Betrieb nimmt, ohne zu wissen, wo man mit den nuklearen Abfall letztendlich wann oder wo landet, sich mit unglaublich tragischerem Ausgang wiederholt.

    Eigentlich ist es wie wenn man in ein Flugzeug steigt, und genau weiß, dass es keine Landepiste gibt und das ist sicher nicht Tourismus sondern eigentlich Terrorismus – wie der 11. September 2001 ja gezeigt hat : Nur die „Piloten“ wussten genau, wo sie landen müssen. Die anderen Menschen (über 3000 ) wurden einem Kalkül geopfert.

    In der Praxis des Einsatzes von Gentechnik läuft alles auf Katastrophen hinaus – überall gibt es Lecks in der Verbreitung, tauchen Erbschäden bei Tieren auf, Degenerationserscheinungen, die zuerst bei kleineren Tieren (Mäuse, Ratten etc.) wegen ihrer kürzeren Generationszyklen wissenschaftlich schon jetzt nachgewiesen werden (bei den größeren Tieren und beim Menschen dauert es noch eine gewisse Zeit), sterben Arten aus und das alles wegen einer Gentechnik – so wie sie von den entsprechenden Industrien heute weltweit vertrieben wird.

    Die Expansion dieser Gentechnik steht in ihrer Aggressivität und Gewalttätigkeit der Expansion weltweiter Nahrungsmittelkonzerne (Nestlé et al), Saatgutmonopolisten (Pioneer et al) und Rüstungskonzerne in nichts nach (Letztere liefern sogar die maßgeschneiderten Kriege gleich mit aus – als Draufgabe !) Jedes Mittel der weltweiten Proliferation wird angewandt und man kauft sich die Regierungen nicht nur kleinerer und mittlerer Staaten.

    Bei der Nuklearindustrie (ziviltechnisch wie militärtechnisch ) ist der Dropout relativ einfach zu messen und die Proliferation ( Verbreitung) ist im Prinzip kontrollierbar, so man das überhaupt anstrebt. Bei den gentechnisch veränderten Pflanzen und Nutztieren ist das etwas anders und ungleich viel komplizierter – und eigentlich müsste die gesamte Biosphäre kontrolliert werden, die man aber noch nicht einmal ausgeforscht hat.

    Die zufällig auftretenden Mutationen (Evolution ) vermischen sich mit jenen Veränderungen, die gezielt dem Saatgut der Ackerpflanzen angetan werden, ein Saatgut das oft nicht einmal sortenrein manipuliert wurde und auch oft falsch deklariert ist.

    Nachdem jetzt auch noch für den Agrosprit angebaut wird – mit genetisch veränderten Pflanzen – die pestizidresistenter sind – mehr Düngemittel vertragen, daher mehr Biomasse in kürzerer Zeit liefern – oder gleich schon in die Genmatrix eingebaute Molekularsequenzen aufweisen, die „unerwünschtes“ Leben ausschließen, „erledigen“ – wird sich das Ackerland tendenziell verdoppeln – auf Kosten der Restnatur.

    Auf der einen Seite der Autobahn der Zukunft wächst der gentechnisch optimierte Automais, der für den menschlichen Verzehr ungeeignet ist und auf der anderen Seite der Autobahn wächst der gentechnisch optimierte Mais, der für den menschlichen Verzehr wie auch für die Mast der Rinder, Hühner, Aquakulturen etc. „geeignet“ ist. ( Nach Ansicht dieser Industrie !)

    Über die Autobahn hinweg fliegen die Pollen mit resistent gezüchteten Bienen oder mit dem Wind – und unter der Autobahn hindurch strömt jener Sud, der früher einmal als Grundwasser bezeichnet wurde – eine erlesene Mixtur aus chemischen und biologischen Keulen und Düngemitteln, verdünnt mit Wasser. Was auf den Tisch kommt wird gegessen und wenn es Frankenstein-Food ist !

    Nachdem die Zahl der Individuen menschlicher Art zunimmt, die Zahl der Nutztiere zunimmt wie auch die Zahl der Autos, werden immer mehr Felder gesetzt, besetzt mit Produkten dieser Art. Nachdem aber eine größere Anzahl von Individuen bei gleich bleibender Mutationsrate eine erhöhte Zahl von Mutationen bedingt, nochmals aber die Mutationsrate durch stärkere UV-Strahlung, durch künstlich erzeugte radioaktive Strahlung und durch allerlei aggressive Reaktions-„Helfer“ aus Industrien und Landwirtschaft – unterliegt diese menschliche Art ohnehin schon einem immer größeren Mutationsstress.

    Die Bemühungen der chemischen und nuklearen Industrie, der Pharmaindustrie zur Variation des menschlichen Genoms sind schon Stress genug ! Wir brauchen keine „kontrollierte“ Freisetzung von Gensaaten, die dazu ohne Folgenabschätzung (Risikoanalyse) über längere Zeiträume sich doch „breit“ machen wird mit unvorhersehbaren Konsequenzen. Diese Gensaaten sind in der Landwirtschaft entbehrlich.

    Momentan ist es noch geächtet am Genom des Menschen herumzupuzzeln. Aber diese Barriere ist bereits gekippt – mit dem Versprechen gigantischer Fortschritte der Heilkunst und dem Versprechen an die Aktionäre großer Pharmakonzerne guter Renditen. Auf Schleichwegen nähert man sich, taktisch sehr klug vorgehend, dem Tabubruch. Das menschliche Genom ist ja nicht nur das lange Paar der DNA-Eiweißmolekülkette. In den Zellen, in der Blutbahn, im Lymphsytem, in den Organen, in den Knochen – unabdingbar existieren Botensubstanzen, die jeweils äußerst differenziert verschiedenste Aufgaben wahrnehmen – als Botenstoffe, als Träger von lebensnotwendigen Substanzen oder als Teil des angeborenen oder des adaptierten Immunsystems. Diese Vielfalt an Eiweißkörpern haben zwar nicht unbedingt einen eigenen Zellkern, aber dennoch eine eigene DNA.
    Im Feldzug gegen bestimmte Krankheiten versucht man diese Körper zu stimulieren oder aber zu blockieren und greift damit unmittelbar in die molekulare Feinstruktur ein, die sehr wohl die Sub-DNAs betrifft. Diese Medikamentengruppe nennt sich Biologika und findet zusehends Anwendung unter diesem Sammelbegriff. In der Transplantationschirurgie, bei Rheuma-Erkrankungen und anderer Autoimmunerkrankungen wird dies eingesetzt mit allen, auch möglichen negativen, Konsequenzen.

    Durch die Variabilität des menschlichen Genoms ergibt es sich einfach, dass verschiedene, relativ große Gruppen der menschlichen Bevölkerung die vererbte Tendenz zu bestimmten Krankheiten in sich tragen. Man tötet nicht den Erregerbazillus, sondern blockiert, bzw. reduziert die menschliche Immunabwehr auf bestimmte Teile der Oberfläche der Eiweiß-Moleküle – den möglichen Andockstellen im körpereigenem Gewebe. Der eigentliche Krankheitserreger das Bazillus A oder B – also die Ursache wird nicht bekämpft.

    Weil auch dieses Unterfangen der Reduktion der körpereigenen Immunabwehr nur auf einer abstrakten Ebene passiert, passieren kann, auf Grund der diskreten kristallinen molekularen Oberflächenstruktur der Antikörper, können dadurch ( schon nachgewiesen !) andere Krankheiten ausbrechen, die vorher das adaptive Immunsystem gelernt hatte in Schach zu halten. (Tuberkulose etc.)

    Beim Genmais 810 von MONSANTO geht es gegen die Larven eines Kleinschmetterlings namens Maiszünsler, der eben durch das Toxin Bt, das in bakterieller Form in das Maisgenom eingesetzt wurde, den Weiterfraß durch vorzeitiges Ableben dieser Larve in jedem aufsprießenden Maishalm beendet.

    Ein Fall in Deutschland erregte schon vor Jahren Aufsehen, weil Kühe mit diesem Mais (eigentlich einem ähnlich wirkenden Mais der von der Firma Syngenta = BAYER= Aspirin kommt. ) gefüttert, auch an demselben Toxin erkrankten und verstarben.

    Das hat man jahrelang durch gefälschte wissenschaftliche Untersuchungen dieser Firma geheim halten können, bis eben unabhängige Institute das Gegenteil feststellten. Und genauso ist nicht bekannt wer die Milch dieser Kühe getrunken hat, was aber im Milchsee der dortigen Molkereien, zur damaligen Zeit, noch entsprechend verdünnt werden konnte. Was heute auf Grund der Ausbreitung des entsprechenden Saatguts zunehmend schwieriger werden dürfte.

    Auf der einen Seite bestehen fundierte Befürchtungen, dass durch diese Maissorten die Schmetterlinge insgesamt in ihrer Artenvielfalt bedroht sind, denn wie großzügig wirkt dieses eingebaute Gift, wenn es schon vor Kühen nicht Halt macht und auf der anderen Seite gibt es eine größere Wahrscheinlichkeit dafür, dass der Maiszünsler bald resistent gegen dieses Gift wird – wie ja alle Kleinlebewesen sich auf Grund ihres kürzeren Generationszyklus schneller an veränderte Umweltbedingungen anpassen können. ( Siehe Antibiotika -Resistenzen ). Der Mensch als Ende der Nahrungskette betrachtet, mit einer Generationszeit von 25 Jahren, schaut dagegen sehr alt aus : Mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit !

    Es sei verwiesen an eine kleine Auswahl von Beiträgen im Anhang dieser Schrift aus dem Internet zu dieser Thematik. Diese Auswahl wird sicher größer werden – so wie dieser Artikel noch nicht so ausgereift ist, dass er unverbesserlich ist.

    Während man bei MONSANTO bereits an einer Maissorte bastelt, die den absehbar resistent gewordenen Maiszünsler, dann doch noch in die Knie zwingt – versuchen wir uns hineinzuknien in diese Art von angewandter Genetik, um eine Umkehr zu erreichen. Es muss anders gehen, sonst geht es bald nicht mehr !

    Dieser Artikel ist nicht forschungsfeindlich – es wird nur festgestellt, dass wir viel zu wenig wissen und deshalb mehr geforscht werden sollte. Allerdings nicht im Sinne eines kurzfristigen Profits einiger weniger „Global-Player“, sondern wir hoffen doch im Sinne der Nachhaltigkeit.

    Auch in der Wirtschaftstheorie wurde zuwenig erforscht und gleichzeitig wurden immer neue Anlageprodukte ( Derivate et al ) durch die Bankenindustrie entwickelt – auf den Markt geworfen – zwecks kurzfristiger Zinserwartungen. Den Kladderadatsch haben wir jetzt. Nun gut : Irgendwann einmal wird man wieder Geld drucken, das einen Gebrauchswert als realer Tauschwert hat.
    Das dauert eine Zeit und verhungern müssen „nur“ die Ärmsten.

    Bei der Gentechnik und deren Derivaten ist das Ganze nicht mehr nur ein „Spiel“ – für „Global-Player“. Einige kleine Fehltritte betreffen nicht weniger als die Existenz der gesamten Biosphäre – und falls man nicht rechtzeitig aufwacht und aufhört zu spielen – dann stehen irreparable Schäden vor, deren Reparatur kaum mehr möglich ist in der vorgegebenen Zeit.

    Das System der natürlichen Vernetzung kippt in einen instabilen Zustand – in das Stadium der Katastrophe und es ist wahrscheinlich selbst auch für die Kreationisten nicht möglich z.B. das menschliche Genom nachzudrucken wie Geld, weil auch diese keinen Einfluss haben auf jenen Gott, der all das angeblich gemacht hat und es ist nicht sicher, dass der auf Grund ihrer Gebete die Welt wieder heil macht oder eben darauf verzichtet, weil er noch einige Reservewelten irgendwo im fernen Weltall auf Vorrat hat. Denn anschaffen kann man Gott nichts, das sollte den Gläubigen eigentlich geläufig sein.

    So wird es wohl am Menschen selbst liegen die Suppe auszulöffeln, die er sich eingebrockt hat und das verheißt für die Welt nichts Gutes, falls man das Gute in der Freiheit sieht :

    Vielmehr wird dann wieder die Eugenik fröhliche Urstände feiern und was ist eigentlich die Gentechnik anderes als der unter dem Deckmäntelchen der Wissenschaft getragene Overall dieser Eugenik ?
    Heinz Feichtinger

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