Neuer Anschlag auf die Meinungsfreiheit!

Eben bei Ludovika den Hinweis auf die Gefährdung des Ferkel-Buches gefunden:

Ursula von der Leyen, unsere Familienministerin, versucht offenbar das Kinderbuch „Wo bitte gehts zu Gott? fragt das kleine Ferkel von Michael Schmidt-Salomon und dem Illustrator Helge Nyncke auf den Index zu setzen, da es angeblich eine JUGENDGEFÄHRDENDE (!) Schrift sei. Seht euch bitte dazu die Argumentation an, ihr fasst es nicht!
Die mündliche Verhandlung dazu soll im März stattfinden.
Hä? …

ferkel

Da muss ich erst mal nach Luft schnappen und den Mund wieder zu bekommen …

Ja HAT die Frau es noch ganz gut?
Was kann sie an diesem Buch nicht ertragen?
Dass es sich mit dem Glauben kritisch auseinandersetzt und Kinder genauso an religionskritische Gedanken heran führen will, wie beispielsweise christliche Kinderbücher es mit christlichem Gedankengut bei Kindern von klein auf tun, um sie damit für den Machtapparat Kirche einzufangen?
Ist es JUGENDGEFÄHRDEND, wenn man mit den Religionen dieser Welt humorvoll-kritisch umgeht und ebenso prägend in die Kindheitsphase eingreifen will, wie die Kirchen es tun?
Was hat die gute Frau eigentlich für ein Demokratieverständnis??!

Ach, und der Vorwurf des Antisemitismus, nur weil ein Rabbi im Buch mal ein bissel böse guckt während er dem Ferkelchen erzählt, dass „alle Menschenbabys, alle Omas und alle Tiere“ vom Herrn in der Sintflut vernichtet worden seien?
Da darf man – ob solch blödsinnigen Vorwurfs – ja mal kurz und herzhaft lachen.
Ich finde, dass solche Argumente ein klares Indiz dafür sind, dass Religion die menschlichen Gehirne aufweicht.

Wie sagte Marx doch so schön (und richtig!)?:
Religion ist Opium fürs Volk.
Jawoll. Und vor Drogen jeglicher Art müssen unsere Kinder geschützt werden!

Hier kann man sich in die Unterstützerliste für das Ferkelbuch eintragen.

ferkelbanner

Mögen die Verkaufszahlen dieses Buch nach einer solchen Nachricht rapide in die Höhe schnellen! Ich glaub, ich bestell es mir auch gleich mal fix, falls man es nach dem 6. März nicht mehr bekommt …

NACHTRAG:

Ergänzend dazu empfehle ich einen interessanten Beitrag im Po8ischen Blog

12 Gedanken zu „Neuer Anschlag auf die Meinungsfreiheit!

  1. Eveline sagt:

    Es geschehen Dinge zwischen Himmel und Erde……

    Da hab ich gern unterschrieben, die haben ja einen Knall…!!

    Liebe Grüße an dich!
    Eveline

  2. Po8 sagt:

    Nur als kleine Anmerkung, richtig muss das Zitat lauten: „Religion ist das Opium des Volkes“

    Nichtsdestotrotz ist die beabsichtige Ferkelbuchindizierung nur ein weiterer Beleg dafür, dass die Trennung von Staat und Kirche wichtiger und dringender ist denn je.

  3. Elke sagt:

    Hört sich heftig an. Aber ich unterschreibe nichts, wenn ich nicht ausreichend informiert bin. Also werde ich mal gucken, wo ich das Buch bekomme.
    Lieben Gruß
    Elke

  4. Lari sagt:

    So wie Elke sehe ich das auch. Es wäre schöner gewesen eine weniger einseitige Information zu bekommen. Vor allem verstehe ich ehrlich gesagt nicht, wie du eine so emotionale Aussage treffen kannst, da du das Buch anscheinend noch nicht einmal kennst…
    Ich werde es mir aber auf jeden Fall besorgen und dann entscheiden.

    Liebe Grüße
    Lari

  5. Ulinne sagt:

    Meine Information ist ganz klar einseitig, Lari, dazu stehe ich. Mir ist alles recht, was *gegen* die religiöse Indoktrination von Kindern arbeitet und der Aufklärung über Märchen & Mythen dient, aus denen Religion für mich besteht. Mir wird im Namen von Religionen auf der Welt zu viel gekämpft und getötet, deshalb fände ich es besser, man schaffte die damit verbundenen Machtapparate ab und ließe die Kinder damit in Ruh, damit es für die kommenden Generationen eine Chance für Frieden gibt. Menschlichkeit reicht, da brauchts für mein Empfinden keine Religion mit Übervätern oder Übermüttern und unsinnigen Ritualen.

    Das Buch selbst kenne ich – bis auf wenige Besprechungen und die Information auf der Ferkelbuch-Seite selbst – auch nicht. Aber ich kenne viele Aussagen von Michael Schmidt-Salomon zu diesem Thema, kann sie weitumfänglich unterschreiben und traue ihm nicht zu, dass er polemisch oder gar antisemitisch in diesem Buch gearbeitet hat.

    Außerdem wehre ich mich gegen jegliche Indizierung von Büchern, (wenn sie nicht gerade zur Gewalt aufrufen – das schaffen die Regierungs-Chefs einiger Staaten schon selbst), Bücherindizierung und -verbrennung erinnert mich unangenehm an dunkle Zeiten in unserer Geschichte.

    Ja, ich werde es mir auch anschaffen.

  6. Streunende Wölfin sagt:

    Hallo liebe Ulrike 🙂

    da kann ich nur sagen, daß ich erstmal das Buch lesen muss, um darüber urteilen zu können – hab nämlich vorher noch nie von diesem Buch gehört.

    Ganz generell .. stehe ich den Extremen skeptisch gegenüber. Muß voranstellen, daß ich seit Jahren kein Mitglied irgendeiner Kirche bin, und zwar ganz und gar (nicht getauft, nicht konfirmiert, ausgetreten *g*) –

    fühle mich dennoch den Werten, die das Christentum verkörpert, verbunden. (Ganz unabhängig von der Institution Kirche, der ich kritisch, aber nicht komplett ablehnend gegenüberstehe)

    Die Religion als solches ist nichts Schlimmes. Schlimm wird’s erst, wenn Menschen sie zu Machtzwecken mißbrauchen. Das gilt leider für die meisten Elemente in menschlichen Gesellschaften.

    Ein sensibel vermittelter Glaube an Gott und die Bedeutung christlicher Werte .. das kann einem Kind nicht schaden, denke ich. Nicht jedes Kind, das nach dem christlichen Glauben erzogen wird, ist gleich im negativen Sinne indoktriniert (das ist meine Meinung 😉 ) – vor allem nicht, wenn ihm bei allem auch gelehrt wird, kritisch hinterfragen zu können.

    Und dass das kommunistisch-sozialistische Prinzip, das den Glauben so „verdammt“, nicht gerade gut funktioniert – das zeigen ja die diversen (u.a. gescheiterten) kommunistischen Staaten, die versucht haben, dieses zu erzwingen. Ganz ehrlich, ich möchte nicht in einem marxistisch-kommunistischen System leben – aber das ist Ansichtsache.

    Ausgewogenheit .. und möglichst freiheitliches Vermitteln von Werten, die die Menschlichkeit als Grundlage und Ziel haben – das, denk ich, wär ein guter Ansatz. Besser als religiöser Eifer (schrecklich) und auch besser als totaler Atheismus –

    denn letzterer klammert auch wertvolle Elemente bezüglich der Menschlichkeit aus, die die Religion nunmal enthält und vermittelt – und die man auch in der Bibel finden kann. Für andere da sein, sogar bis hin zur Selbstaufgabe, das eigene Ego nicht so wichtig nehmen – Schwachen helfen .. für Gerechtigkeit kämpfen auch gegen eine Übermacht .. all das findest du auch in der Bibel, und ich empfinde das schon als vermittelnswert.

    Wie gesagt .. ist meine subjektive Meinung 🙂

    Ganz liebe Grüße an dich 🙂

    Ocean

  7. Ulrike sagt:

    Es ist leider in unserem angeblich demokratischen Land eben so, dass nur ein Hauch von vermeintlich Negativem gegen Rabbiner oder das jüdische Volk geflüstert werden muss, um eine Maschinerie in Gang zu setzen, die ihresgleichen sucht! Ich kenne das Buch – und ich habe sehr gern unterschrieben. Es kann nicht angehen, dass hier Eltern verboten wird, ihren Kindern berechtigte Zweifel an der klerikalen Vorstellung eines Gottes nahe zu bringen!
    Ich schließe mich Deinen Wünschen auf ein Hochschnellen der Verkaufszahlen an, liebe Namenscousine – leider kann ich da im Moment nichts zu beitragen, eben weil es bei uns im Bücherschrank steht …

    Liebe Grüße von Ulrike

  8. Sianna sagt:

    Huhu liebe Ulrike,

    von diesem Buch und der geplanten Index-Setzung habe ich schon auf einer yahoo-Liste gelesen, mich allerdings gar nicht so tiefgehend damit beschäftigt. Daß es sich um ein Kinderbuch handelt, ist mir hier bei Dir erst richtig bewußt geworden – und ich habe es gerade direkt mal geordert. So etwas interessiert mich doch brennend!

    Danke für den Hinweis.

    LG
    Sianna

  9. Ulrike sagt:

    Zu den Ausführungen von Ocean möchte ich eigentlich nur anmerken, dass auch andere Glaubensrichtungen durchaus menschliche Werte berücksichtigen – vielleicht sogar mehr als eben die christliche, die oft genug bewiesen hat, wie wenig ihr ein Menschenleben wert ist … Eine der Maximen auf dem alten Weg ist z. B.: tue, was du für richtig hälst, aber schade Niemandem!
    Und ‚Niemand‘ kann auch eines unserer meistvierbeinigen Mitgeschöpfe sein …

    Aber es geht ja eigentlich hier gar nicht darum, die christliche Kirche zu verdammen. Im Gegenteil – Toleranz ist vor allen Dingen in Glaubenssachen aus meiner Sicht gefragt! Es geht hier um die Ausschließlichkeit, die die christliche Kirche für sich beansprucht (der Islam aber auch …) sowie um den vermeintlichen Anspruch, nur sie bringe das absolute Heil und hätte damit das Exklusiv-Recht, vom Vater Staat und mithin vom Steuerzahler geschützt zu werden. Und wenn es um den Preis der Meinungsfreiheit geht … und der Preis ist aus meiner Sicht einfach zu hoch!

    nochmals liebe Grüße von Ulrike

  10. Ocean sagt:

    🙂 liebe Ulrike, da hast du natürlich recht – Toleranz ist das A und O. Ich hab die christliche Religion v.a. deswegen angesprochen, weil sie diejenige ist, von der ich noch am meisten weiß (zu wenig kenn ich mich in den anderen Religionen aus – mit Sicherheit berücksichtigen die anderen auch menschliche Werte).

    „Tue was du für richtig hältst, aber schade niemandem.“ Dies so weit wie irgend möglich zu berücksichtigen, halte ich auf jeden Fall für gut.

    Und da ich Tiere sehr, sehr liebe – beziehe ich das natürlich auch auf unsere vierbeinigen Mitgeschöpfe 😉

    Bin ja auch strenge Vegetarierin seit Jahrzehnten .. aus eben diesem Grund.

    Absoluter Heilsanspruch – das ist genau ein Punkt, in dem ich der Kirche kritisch gegenüber stehe. Steuern zahl ich ja auch keine 😉 ebendrum. Wenn ich Geld für gute Zwecke einsetzen will – entscheide ich das von Fall zu Fall und spende direkt, nicht „generell“ über eine „Kirchensteuer“.

    Nach dem, was ich von den anderen großen Weltreligionen weiß, sind sie leider ja auch um diese Ausschließlichkeit bemüht ..

    und wenn ich nur an diese unsägliche Praxis des Schächtens denke, die meines Wissens sowohl im Islam, als auch im Judentum (aber nicht bei den Christen – oder irre ich mich?) noch praktiziert wird –

    da sind es gerade die vierbeinigen Mitgeschöpfe, die unter dieser Idiotie leiden und sterben müssen.

    Oh je – das würde eine Endlosdiskussion werden *g* 😉 ich interessiere mich übrigens auch sehr für den Alten Wegm für Naturreligionen .. für das, was „abwertend“ als heidnisch bezeichnet wird, und doch so viel Positives vermittelt.

    Ganz liebe Grüsse Euch beiden 😉 😉 🙂
    Ocean

  11. Pixelfree sagt:

    Hallo Ulrike, das Buch kenne ich nicht, aber alleine die Tatsache, das ein Buch zensiert oder gar verboten werden soll,fuchst mich tierisch. Frau von der Leyen sollte sich mal um andere Dinge kümmern, die wir von unseren Steuergeldern finanzieren. Mir langt es schon, dass in einer hier ansässigen Schule die Kinder im Religionsunterricht beigebracht bekommen, dass z.B. die Zugvögel von Gott geleitet werden. Eine Stunde später ergeben sich im Biologieunterricht ganz andere Gründe. Hallo?! Gehts noch? Warum werden die Kids mit so einem Unsinn konfrontiert? Das sollte jeder im späteren Alter selbst entscheiden können, woran er oder sie glaubt. Wenn dann einer mit 20 Jahren der Meinung ist, dass die Zugvögel von Gott gesteuert werden – nun gut – dann soll er es tun. Aber stopft die Kinder nicht im Religionsunterricht mit solchen Unwahrheiten voll.

  12. Ulinne sagt:

    Moin Pixelfree,
    die Kinder werden ja nicht erst in der Schule mit Unwahrheiten vollgestopft, sie werden auch schon von der Kirche einkassiert, wenn sie ganz, ganz klein sind und noch nichts überblicken – geschweige denn verstehen können.
    Die Kirchenleute wissen wohl, weshalb sie Kinder bereits als Säuglinge taufen, denn aus der Kirche auszutreten ist dann später doch ein Schritt, den man sich erst mal lange überlegt. Auch bei mir als früherer Katechetin und Lehrerin mit der Fakultas für evangelische Religion hat der Austritt ja zumindest so lange gedauert, bis ich frühpensioniert war. Vorher ging das natürlich nicht.
    Raffiniert eingefädelt – das Ganze, um sich die Kirchensteuergelder der Zwangsmitglieder zu sichern. Könnte man auch als Kindesmissbrauch bezeichnen … :-/

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