Räumpflicht – ohne Streumittel gefährlich!

Eigentlich müsste ich rund ums Haus ja schon wieder den Schnee wegräumen. Viele, viele Meter sind das bei uns – rund ums Eck.

Im Moment halte ich mich da jedoch zurück. Ich habe nämlich durch eigene Erfahrung festgestellt, dass geräumte/gefegte Flächen sehr schnell viel glatter und damit gefährlicher werden können, als Schnee, durch den man stapfen muss. Besonders da bei uns zur Zeit ja offenbar DDR-Zustände herrschen. Kein Salz zu bekommen – nirgends nicht. Auch sonst nix zum Streuen der freigelegten Flächen. Die werden so aber noch viel glatter, als würde man den Schnee liegen lassen.

Wenn ich mit der Emma losziehe, laufe ich möglichst auf NICHT geräumten Stellen. Habe sonst Angst, dass die kräftige Madame mich aus den Latschen zieht. Keine Lust auf Knochenbrüche …

Ich finde, wenn man keine Streumittel zur Verfügung hat/stellt und die Kommunen es auch nicht schaffen, diese zu besorgen, darf es eine solche Räumpflicht nicht geben. Das ist verantwortungslos.

4 Gedanken zu „Räumpflicht – ohne Streumittel gefährlich!

  1. Zitante Christa sagt:

    In unserer Gemeinde ist die Verwendung von Streusalz von Privaten ausdrücklich verboten – außer an ganz besonders gefährlichen Stellen, z.B. Treppen. Es gibt Sandkisten, dort kann sich jeder seinen Anteil holen und für eine einigermaßen rutschfreie Zone sorgen.

    In diesen Zeiten sollten sich alle, die nach draußen gehen, bewußt sein, daß es glatt sein könnte – ob der Weg nun geräumt ist oder nicht. Deswegen Prozesse anzustrengen ist m.E. vollkommen überzogen. Das Gesetz sollte deshalb geändert – wenn nicht gar abgeschafft – werden.

    Viele Zitantengrüße von
    Christa

  2. Ulinne sagt:

    Hallo Christa,

    die Problematik mit dem Salz für Böden, Pflanzen etc. ist mir natürlich auch bewusst, von daher kann ich verstehen, dass manche Gemeinden es verbieten. Der Emmahund findet es z.B. auch nicht so dolle, wenn sie über salzbestreute Wege laufen muss. Im Garten würden wir es nie einsetzen.
    Aber in unserer Gemeinde ist das Salzstreuen erlaubt, und Salz wirkt nun einmal am besten gegen Glätte.
    Das mit dem Sand zum Streuen ist so eine Sache. Wir haben hier zwar auch noch ein Häufchen Sand (Rest von irgendwelchen Arbeiten) liegen, aber wenn es gefroren hat, kommt man da nur mit der Spitzhacke dran. Also nix mit streuen …
    Die Asche von unserem Holzofen bringt auch nicht wirklich eine Rutschfestigkeit.

    Von daher bin ich völlig deiner Meinung: Dieses Gesetz gehört abgeschafft. Jeder, der sich in Tagen wie diesen auf die Wege und Straßen traut, weiß, dass es glatt ist. Da liegt die Verantwortung sicher nicht nur bei den Anwohnern eines Geh- oder Radweges.

    Liebe Grüße zurück
    Ulrike

  3. sue sagt:

    Ich habe mich mal auf den Seiten der Stadtreinigung von LE umgesehen… wir sind ja das Musterbeispiel für den nichtfunktionierenden Winterdienst.
    LE müsste räumen, tut es weitgehend aber nicht.
    Glatt hin oder her – eine Stadt hat eine gewisse Pflicht, für Sicherheit zu sorgen. Angeblich wurden Hauptstrassen geräumt – und deshalb wäre kein Geld mehr für die Seitenstrassen über. Die geräumten Hauptstrassen (35.000 € Kosten pro Tag) hab ich gesucht und unter dem vielen Schnee 5 Tage lang nicht gefunden… NICHTS war gemacht worden.
    Besser nutzbar sind seit Wochen die ungeräumten Nebenstrassen, weil sich dort nicht die harten Restschneehaufen türmen, mit denen die Stadtreinigung viele Autos einfach stillgelegt hat.

    LE (also der Winterdienst der Stadtreinigung) dürfte Streusalz verwenden. Wenn die das dann mal tun würden…
    Privatpersonen und Firmen dürfen kein Salz verwenden. Da, wo ich derzeit ein und ausgehe, tut mans verbotenerweise doch und die Wege sind erstaunlich sicher… so sicher wie sonst nirgends oder allenfalls vorm Amtssitz der OBM.

    Wo übrigens die Stadt für die Wege-Sicherung verantwortlich ist, könnte man die bei Unfällen haftbar machen. Es wurde aber öffentlich klargestellt, dass es zwar deren Räumpflicht wäre, man jedoch kein Recht hat auf sichere Wege – also nix haftbar.
    Privatpersonen werden ggf. mit Bußgeldern überzogen – soviel Zeit hat man.

    Und das kann so einfach alles nicht sein…
    Gruß – Sue, die täglich verärgerte

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