Stammzellen

Im Moment wird ja wieder mal über die Verwendung von Stammzellen diskutiert. Eine ‚Expertenkommission‘ wurde gebildet, die darüber nachzudenken hat wie man mit dem Stichtag umgeht, der die deutschen Forscher im Augenblick noch daran hindert, für ihre Forschung Stammzellen zu benutzen, die nach dem 1.1. 2000 eingelagert wurden. Wohlgemerkt, es geht um Zellen, die aus einem Zellklumpen entnommen werden, der für mich noch nichts greifbar ‚Menschliches‘ hat. Zellklumpen, die sich bis zu dem entscheidenden Entwicklungsstadium nicht wesentlich von den Stammzellen eines Molches unterscheiden, wobei die Forschung an dessen Stammzellen (natürlich!) kein Problem wäre – ebenso wenig wie bei einem Schwein, einer Kuh, einem Hund, einer Katze …
Die Rede ist also von Zellen, die die Fähigkeit besitzen, sich der jeweiligen Umgebung, in die sie hinein gegeben werden, anzupassen. Spritzt man sie in ein krankes Herz, bilden sie neue Herzzellen, spritzt man sie ins Gehirn, lassen sie dort neue Nervenzellen sprießen und könnten beispielsweise einem Alzheimer-Kranken zu neuen, gesunden Nervenzellen verhelfen, und ihm auf diese Weise ein menschenwürdigeres Leben ermöglichen.
Die Linien, die den deutschen Forschern für ihre Arbeit zur Verfügung stehen, sind jedoch inzwischen zu alt, die Nährlösungen, in denen sie aufbewahrt wurden, aus einem Material, das keine Freiheit von Krankheiten mehr garantiert.
Und so kommt es, dass man in Deutschland mit dieser möglicherweise segensreichen Forschung den übrigen Ländern weit hinterher hinkt. Unsere Forscher werden kaum noch zu gemeinsamen Forschungsprojekten eingeladen (z.B. mit amerikanischen Forschern), da die in der Zusammenarbeit mit den Deutschen neben ihrem aktuellen ‚Material‘ auch noch mit den alten Zellen experimentieren müssen, um vergleichbare Ergebnisse mit denen der deutschen Forscher zu haben.

Ich mag dieses pseudo-ethische Gerede (z.B. von diversen Kirchenvertretern) nicht mehr hören, steckt darin doch eine gehörige Portion Doppelmoral und – mal wieder – die arrogante Vorstellung, dass der Mensch die Krone der Schöpfung ist.
Ist er für mich nicht. Für mich ist alles, was lebt, wunderbar, schützenswert und gut (= ‚göttlich‚), eine Rangfolge des Schützenswerten mit dem Menschen an der Spitze gibt es für mich nicht.
Und ‚Doppelmoral‚ deshalb, weil man 1. diese Zellen nur aus dem Ausland, aus den USA und Israel z.B., beziehen darf (sind die menschlichen Zellen dort weniger wertvoll??? ), und 2. weil man mit diesen Zellklumpen bedeutend sensibler umgeht, als man es mit tatsächlich geborenen Menschen oft tut. (In diesem Stadium kostet der Mensch den Staat ja auch noch kein Geld.) Doppelmoral auch deshalb, weil man an allen Ecken und Enden die Mittel streicht, Gesundheit immer unbezahlbarer gemacht hat, das Existenzminimum der Menschen nicht mehr wirklich sichert, Kinder und Jugendliche nicht so unterstützt, dass sie ohne Armut, Langeweile und wirkliche Perspektive, sinnvoll gefördert und beschäftigt aufwachsen, und weil man Alte teilweise unter menschenunwürdigen Umständen dahin vegetieren lässt.
Außerhalb des Mutterleibes lebend interessiert der einzelne Mensch unsere Politiker kaum noch wirklich, besonders dann, wenn seine sinnvolle und ausreichende Unterstützung den Staat eine Menge Geld kosten würde, ( was man andererseits offenbar unfähigen Bankern aber ohne größere ethische Probleme in den Allerwertesten stopft, obwohl dabei alle Steuerzahler für die Gier einzelner Finanzmanager zu haften haben ).

13 Gedanken zu „Stammzellen

  1. Streunende Wölfin sagt:

    Liebe Ulrike,

    meine vollste Zustimmung hast du – da gibt’s echt nix mehr hinzuzufügen 🙂

    „weil man mit diesen Zellklumpen bedeutend sensibler umgeht, als man es mit lebenden Menschen oft tut …“ ja, exakt ..

    oder mit lebenden Tieren .. siehe die von dir erwähnte Rangordnung (die der Mensch in so manchem Falle üüüberhaupt nicht verdient hat – weil er seiner Verantwortung, die aus der sog. „geistigen und bewußtseins-mäßigen Überlegenheit“ resultiert, nicht gerecht wird).

    Grmpf …

    dir ganz liebe sonnige Grüße 🙂
    Die Streunende

  2. Richie sagt:

    Hallo Ulrike!

    Ein ziemlich heisses Eisen! Was ich mich frage ist, wieso man nicht Nabelschnurblut für die Forschung heran zieht? Das enthält ebenfalls Stammzellen und wird in aller Regel entsorgt, weil sich kein normaler Sterblicher das Einlagern leisten kann (wieso eigentlich kostet das mehr als 2000,-€???)!

    Ich denke man muss eine Möglichkeit finden mit diesen Zellen zu forschen, weil sie aus medizinischer Sicht einfach unbezahlbar sind. Die Frage ist nur, wie man es ethisch einwandfrei lösen kann.

    Schönes Wochenende!

    Richie

  3. Werner sagt:

    Hallo Ulrike,
    bin ganz Deiner Meinung!
    Wenn sich dadurch z.B. der Organhandel aus der 3. Welt einschränken läßt, ist die Billanz schon auf der positiven Seite!

    Viele liebe Grüße
    auch an Michi

    Werner

  4. Tobias sagt:

    @Ulrike: Schoener Eintrag. danke!

    @Richie: Nabelschnurblut enthaelt adulte Stammzellen, so wie das Knochenmark beispielsweise auch. Das Einlagern kostet so viel, da die Infrastruktur nicht ganz billig ist (Tanks mit flüssigem Stickstoff) und laufende Kosten anfallen. ueber Jahre. Das ganze ist meiner Meinung nach eher ein Marketingag als wirklich sinnvoll.

  5. april sagt:

    Ich habe dir bei mir schon geantwortet. Übrigens kennen wir uns schon lange 😉 (Ingrid, ehemals Strandgut)

    Zur Sache: ich kann nur voll zustimmen. Du schreibst mir aus der Seele.

  6. Ulinne sagt:

    Hey Ingrid! Darüber, dass DU wieder da bist, freu ich mich ganz besonders! Ich hab dich schon vermisst und immer mal wieder nach dir gesucht … :-)))

  7. Ocean sagt:

    Huhu liebe Ulrike 🙂 🙂

    danke dir für deine netten Kommentare! was du bei der Wölfin beschreibst – das sind ziemlich oft momentan auch meine/unsere Gedanken. Auswandern, ja .. wir haben schon öfter dran gedacht – aber die Bindung durch Haus und Familie lassen sich halt nicht so einfach leugnen *g* .. wer weiß .. was die Zukunft noch bringt.

    Das Lisa-Monsterchen ist in all meinen Blogs von Anfang an dabei gewesen 🙂 sie ist nämlich schon 6 Jahre alt .. und es ist Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht. Ich kann mich an dein Tagebuch früher auch noch sehr gut erinnern 🙂 finde es immer schön, wenn Kontakte so lange über die Zeit und Entfernung hinweg Bestand haben 🙂

    Ganz liebe Grüße an dich, und einen guten Start in die neue Woche wünschen dir Ocean und *wedel*Monsterchen 🙂

  8. Josef Bordat sagt:

    Nur um Sie richtig zu verstehen: Mal angenommen, in einem Haus befinden sich 10 Katzen, 10 Hunde, 10 Schweine, 10 Kühe und 10 Molche, in einem anderen Haus befinden sich 50 Menschen. Wenn beide Häuser in Brand geraten und es gibt nur Wasser/Zeit/Hilfskräfte für eines der beiden Häuser, könnten Sie sich als Einsatzleiterin nicht entscheiden, wo mit den Löscharbeiten begonnen werden soll? Nach dem hier Vorgetragenen drängt sich mir dieser Eindruck auf und – zugegeben – irritiert er mich etwas. Also: Habe ich Sie da richtig verstanden?

    Herzliche Grüße,
    Ihr
    Josef Bordat

  9. Ulinne sagt:

    So pauschal kann ich das nicht sagen. Immer würde es in einem solchen Fall auch auf den Grad der persönlichen Beziehung ankommen.
    Ich bin ein Mensch, also würde ich in dem von Ihnen angesprochenen Fall sicher zunächst meine „Artgenossen“ zu retten versuchen.
    Habe ich aber die Wahl zwischen Menschen, die ich kenne, und Menschen, die ich nicht kenne, würde ich natürlich zuerst die Menschen retten, die ich kenne, mit denen mich etwas (ein Gefühl, eine Beziehung …) verbindet.
    Hätte ich die Wahl zwischen zwei brennenden Häusern – unserem und unserem Nachbarhaus – würde ich zuerst auch unseren Hund und unseren Kater noch retten – ehe ich mich auf das Nachbarhaus und die Menschen darin konzentrieren würde.

    Ja, im Prinzip glaube ich aber, dass Sie mich richtig verstanden haben. 😉
    Aber das nur am Rande, denn mit dem Thema Stammzellenforschung hat das ja eigentlich nichts zu tun. Eine Zellansammlung in einem Reagenzglas, die ohnehin nie zu einem Menschen ausreifen dürfte/könnte, ist für mich kein Mensch. Für mich beginnt das Mensch-Sein nämlich nicht mit der Verschmelzung von Samen und Eizelle, sondern frühestens, wenn die Hirnströme messbar sind. Genauso eben, wie nach aktueller Praxis (im umgekehrten Fall) der Tod festgestellt wird.

  10. Josef Bordat sagt:

    Vielen Dank für Ihre rasche Antwort auf meine Frage.

    So erschreckend ich Ihre Position finde, interessiert Sie mich doch sehr und ich würde Ihnen gerne eine weitere Frage stellen. Ich glaube im übrigen, dass dieses Mensch/Tier-Thema mit der Stammzellenthematik schon etwas zu tun hat, Sie führen ja selbst die Annahme der Gleichwertigkeit von Molch und Mensch bzw. den Vorwurf, andere würden da Unterschiede machen, in diesem Zusammenhang ein. Ich denke nämlich, dass es bei der Stammzellenthematik genau um diese Frage geht: Was ist der Mensch?

    Aber zunächst zu der Anschlussfrage:

    Angenommen wir wären Nachbarn und hätten beide einen Regelungsfimmel. Wir würden also gerne alles zwischen uns vertraglich regeln wollen, auch, wie wir uns im Falle eines solchen Brandes verhalten sollen. Selbstverständlich würden wir uns prinzipiell zu gegenseitiger nachbarschaftlicher Hilfeleistung verpflichten. Ich würde Ihnen auch zugestehen, dass Sie zuerst Ihren Kater und dann mich zu retten haben. Ich hätte allerdings gerne eine Klausel im Vertrag: Bevor ich nicht meine weiße Maus gerettet habe, können Sie (und evtl. vorhandene Angehörige und/oder Gäste) soviel um Hilfe schreien, wie Sie wollen, eine Hilfspflicht soll bitte schön nicht erwachsen (zumindest nicht aus diesem Vertrag). Erst wenn ich meine weiße Maus gerettet habe, muss ich mich um Sie kümmern. Würden Sie einem Vertrag mit derartiger Klausel zustimmen? Wenn nein: Warum nicht? Wenn ja: Kränkt es Sie nicht, dass ich (immerhin Ihr Nachbar!) das Leben einer Maus im Zweifel über das Ihre stelle?

    Einige andere Fragen noch, weil ich mich in Pränataldiagnostik nicht so auskenne:

    Sie sagen: Menschliches Leben beginnt (frühestens), wenn die Hirnströme messbar sind. In keinem Fall vorher. Also: keine Hirnströme, kein Mensch. Habe ich Ihre Position so richtig wiedergegeben?

    Dann wäre ich für eine Klärung dieser Punkte dankbar:

    Dass Hirnströme messbar sind – wann ist das der Fall? Gibt es da Unterschiede von Mensch zu Mensch? Gibt es Unterschiede bzw. könnte es Unterschiede geben von Messgerät zu Messgerät (also bei ein- und demselben Menschen zeigt das Gerät von Firma X an: „Ja, es gibt Hirnströme.“, und das Gerät von Firma Y zeigt an: „Nein, es gibt Hirnströme.“) oder sind solche Differenzen grundsätzlich auszuschließen?

    Viele Grüße,
    Ihr J. Bordat

  11. Ulinne sagt:

    Lieber Herr Bordat,

    ich weiß, dass Sie sehr christlich geprägt sind. Das ist bei mir völlig anders. Für mich ist jede Religion Märchenkram. Ich glaube nicht an einen Schöpfer-Gott, nicht an Jesus als „Gottessohn“, nicht an den „Heiligen Geist“. Auch alle anderen Religionen sind für mich der sehr menschliche Versuch, in seinem Leben so etwas wie einen „höheren“ Sinn zu finden und die elterliche „Allmacht“, die man in der Kindheit als behütend und schützend empfunden hat, im Erwachsenenalter auf so etwas wie einen „Übervater“ zu projizieren, der während des gesamten irdischen Lebens (irgendwie) die Hand über mich hält und mich schützt.
    Ich sehe mehr die biologisch-chemischen Prozesse des Lebens, glaube an die Evolutionstheorie und betrachte den Menschen als ein weiter entwickeltes Säugetier mit einem größeren, leistungsfähigeren Gehirn, höherer Intelligenz (nun ja – in der Regel jedenfalls *grins*) und damit größeren kreativen Möglichkeiten. Mehr nicht.

    Das vorweg und (stark verkürzt) meine Antwort auf die Frage „Was ist der Mensch?“.

    Zu Ihrer Anschlussfrage:
    Das mit dem „Regelungsfimmel“ kann ich mir nicht vorstellen, denn ich finde ihn in mir nicht. Aber ich kann sagen, dass ich meinem Nachbarn keineswegs böse wäre, wenn er das Überleben seiner (vermutlich) über alles geliebten Maus über mein Leben stellen würde. Ich könnte ihn verstehen (würde ich es bei meinen Tieren doch genauso sehen), und ich denke nicht, dass diese Liebe von der *Größe* eines lebendigen Wesens abhängt.
    Ja, so denke ich nun mal. 😉

    Zur Frage des Beginns menschlichen Lebens:
    Da für mich die Fähigkeiten des menschlichen Gehirns ein Unterscheidungsmerkmal zu anderen Säugetieren ist, liegt es natürlich nahe, dass ich als den Beginn menschlichen Lebens den Beginn der „Arbeit“ eben jenes Organs definiere. Ich kenne mich in der Pränataldiagnostik auch nicht sehr aus, finde aber, dass das für eine solche Definition auch nicht nötig ist. Darf man doch „behindertes“ menschliches Leben ganz legal noch bis kurz vor der Geburt abtreiben. Auch daran kann man ein weiteres Mal die Doppelbödigkeit der Moral und unseres Rechtssystems erkennen, finde ich.
    Wie zuverlässig die Technik für die Messung der Hirnströme ist, weiß ich natürlich nicht, aber ich denke doch (und vertraue darauf), dass die Entwicklung dieser Gerätschaften inzwischen weit fortgeschritten ist.

    Herzliche und (trotzdem) von einem liebevollen Gefühl für meine Mitmenschen (und Artgenossen) geprägte Grüße – 😉
    Ulrike Linnenbrink

  12. Josef Bordat sagt:

    Liebe Frau Linnenbrink,
    vielen herzlichen Dank für Ihre Stellungnahme!

    Ich muss jetzt noch mal – auch auf die Gefahr hin, Ihnen allmählich auf die Nerven zu gehen – nachhaken.

    Offenbar ist für Sie jede Lebensform grundsätzlich gleichwertig, auch wenn es Unterscheidungsmerkmale gibt (Sie nannten „Größe“, „Intelligenz“ – was immer das nun im einzelnen heißen mag). Ich möchte noch mal mit drei Nachfragen prüfen, ob ich Sie in dem Punkt wirklich richtig verstanden habe.

    1. Die Gleichwertigkeit von Lebensformen: Geht das für Sie weiter bis in die Pflanzenwelt oder ist bei den Tieren Schluss? Falls ja: Warum? Falls nein: Ersetzen Sie im Brand-Beispiel die Maus durch ein Stiefmütterchen (also die Pflanze jetzt!): Ich stelle also im Zweifel das Leben des Stiefmütterchens über das Ihre. Änderte sich dann irgendetwas an Ihrer Einschätzung, dass Sie mir – als Ihrem Nachbarn – „keineswegs böse wären“?

    2. Ich weiß nicht, ob Sie Kinder haben, es geht mich streng genommen auch nichts an.
    Stellen Sie sich vor (wir sind immer noch Nachbarn) Ihr Kind und einer meiner 27 Molche, die ich mir halte, zusätzlich zu meiner Maus und meinem Stiefmütterchen, werden entführt. Die Entführerin meldet sich und sagt, dass sie eines der beiden Wesen freilässt, das andere tötet. Lösegeld will sie nicht, da sie gestern unverhofft in der Staatslotterie gewonnen und sowieso schon genügend Probleme mit der Steuer hat. Sie würde aber, warum auch immer, gerne eines der Entführungsopfer töten. Die Entscheidung darüber, welches, stellt sie mir anheim – warum auch immer. Ich entscheide mich für meinen Molch, der Tags darauf unversehrt bei mir eintrifft. Ihr Kind wird getötet.

    Sie sind natürlich damit einverstanden, dass ich das Leben meines (wie Sie glauben: geliebten) Molches über das Ihres Kindes stelle. Soweit habe ich Sie (hoffentlich richtig) verstanden. Jetzt begibt es sich, dass wir uns eine Woche später auf der Straße treffen und über den Fall sprechen. Dabei sage ich Ihnen: „Es war mir egal, wer getötet wird. Ich liebe weder den Molch, noch Ihr Kind. Da ich mich nicht entscheiden konnte, habe ich eine Münze geworfen. Das Los fiel halt auf Ihr Kind. So ist das.“

    Frage: Wären Sie mir (jetzt) irgendwie böse?

    3. Während der Hochphase der „Vogelgrippe“ vor einigen Jahren wurden in Südostasien mehrere Millionen Vögel getötet, um das Infektionsrisiko für Menschen zu reduzieren. Diese Nachricht wird Sie, wie viele andere auch, sicherlich schockiert haben.

    Mal angenommen der Fall läge andersherum. Nehmen wir mal an, in Tansania trügen die 5 Millionen Mitglieder eines bestimmten Volksstammes einen Virus, der für sie selbst ungefährlich ist, aber bei Hühnern und anderen Geflügelarten, nach allem, was wir wissen, zum Tode führt. Die Regierung von Tansania beschließt aufgrund dieser Sachlage, die Angehörigen des besagten Volksstamms zu töten. Auf Betreiben des Vatikan beschäftigt sich der UN-Sicherheitsrat in einer Dringlichkeitssitzung mit dem Fall. Da die Vertreter der fünf ständigen Mitglieder allesamt Hühnerliebhaber sind (vor allem der Vertreter Chinas), kommt es nicht zu einer Verurteilung der Regierung von Tansania, sondern zur Entsendung von UN-Hühnerschutztruppen, die dem Militär von Tansania bei den Exekutionen zur Seite stehen.

    Frage: Gibt es irgendetwas an dieser Geschichte, das Sie stört? Mal abgesehen vom Vatikan.

    Herzliche Grüße,
    Ihr
    J. Bordat

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