Was ist nur mit den Holländern los?

Geschockt hat mich eine Nachricht – gestern im WDR. Darin wurde davor gewarnt, mit einem Hund, der aussieht wie ein Pitbull, in die Niederlande einzureisen. Auch Hunde von Touristen könnten dort beschlagnahmt und getötet werden.
Ich war empört!
Zwar mag ich Pitbulls eigentlich auch nicht sehr, finde sie vom Aussehen her einfach nicht schön und würde mir nie einen anschaffen, aber auch Pitbulls müssen doch nicht automatisch Kampfmaschinen sein, und sie werden in jedem Fall von ihren Familien geliebt, so dass es ist, als würde man ein Kind entreißen, wenn man ein solches Wesen einfach aus der Familie reißt. Das geht doch nicht!!!
Ja, und dann hab ich mich ein wenig im Internet umgeschaut, u.a. hier, weil ich so etwas kaum glauben konnte. Und es kam noch schlimmer als erwartet: Offenbar gibt es in den Niederlanden eine Regelung (R.A.D.) wonach auch jeder kräftige Hund, für den man keine Abstammungs-Papiere vorweisen kann, einfach mitgenommen und später getötet werden kann, ohne dass man als Besitzer auch nur noch den kleinsten Einfluss darauf ausüben könnte, und ohne dass der Hund in irgendeiner Form negativ aufgefallen wäre – einfach so, nur weil ein paar Schisshasen (die offenbar zur Beurteilung herangezogen werden) und Hundehasser das vom rein Äußerlichen her so bestimmen.
JA, WAS SOLL DENN DAS???
Ich war früher – besonders zu Studentenzeiten – oft und gern in Holland, hielt es immer für ein freies, offenes, freundliches Land. Doch von nun an werde ich, auch ohne unsere Emma, keinen Fuß mehr über die Grenze setzen. Sowas ist doch abartig!
Man stelle sich das nur vor:
Unser friedliches, liebes Emma-Mäuschen, das keiner Fliege etwas zuleide tut, alle Menschen immer gleich freudig begrüßt und sich auch anderen Hunden gegenüber noch niemals aggressiv aufgeführt hat, abgeführt, abgeurteilt und getötet als „Kampfhund“, nur weil sie muskulös und kräftig ausschaut …

EmmaFrosch08

Emma unbeeindruckt am Teichrand, neben dem Frosch, der über Nacht auf dem Teich festgefroren ist. Sie ist eine, die Frösche (im Sommer, wenn sie sich noch bewegen können) küsst, nicht beißt!

8 Gedanken zu „Was ist nur mit den Holländern los?

  1. shayanna sagt:

    ich könnt schon wieder schreien wenn ich sowas lese !
    nach dem vorfall in hamburg vor einiger zeit haben auch hier die behörden völlig überreagiert. natürlich angestachelt von der reisserischen berichterstattung in der einschlägigen presse..
    natürlich war es sehr schlimm, das dieser sogenannte kampfhund den kleinen jungen angefallen hat, aber so etwas hat es immer schon gegeben .. nur früher waren es eben nicht diese rassen sondern schäferhunde, rottweiler und doggen, die als gefährlich galten.
    das problem liegt aber doch am anderen ende der leine. verantwortungsvolle hundehalter wissen, wie man seinen hund erzieht und die anderen werden sich auch nicht um verbote kümmern.
    man sollte vielmehr da ansetzen wo das problem entsteht, nämlich diese abartigen menschen ausfindig machen, die ihre hunde zu kampfmaschinen drillen . (mir ist bekannt, das in gewissen kreisen auch in D hundekämpfe veranstaltet werden)
    denen und auch dementsprechenden züchtern muss das handwerk gelegt werden !

    ach.. ich könnt mich schon wieder dermassen aufregen…
    und dabei bin ich doch gar kein hundehalter ;o)

    knuddel mal die Emma von mir…
    und holland wird eben von nun an boykottiert!
    *gleichmaldengoudaeinfachaufess*

    umarm
    shayanna

  2. Streunende Wölfin sagt:

    Guten Abend, liebe Ulrike,

    erst einmal vielen Dank für deine netten Worte und die spannenden Beiträge 🙂 🙂 .. hab auch nochmal zu dem Thema geschrieben grad, und dort einen Link zu dir gesetzt 🙂

    Was diese Regelung in Holland angeht – da bin ich jetzt erst mal sprachlos. Davon wußte ich nichts … und werde mich von nun an natürlich hüten, in dieses Land zu reisen.

    So eine Sauerei – alle kräftigen Hunde oder sog. „Kampfhunde“ über einen (negativen) Kamm zu scheren! Und wie Shayanna auch schreibt .. früher waren es eher z.B. Schäferhunde, die gebissen haben (ohne diese jetzt aber pauschal verurteilen zu wollen) – oder auch klein gewachsene Hunde beißen erfahrungsgemäß nicht selten …

    aber mittlerweile haben sich die Medien auf die sog. Kampfhunde eingeschossen und schlachten das Thema buchstäblich aus.

    Die Pitbulldame einer Bekannten z.B. ist lammfromm – Beißen wär für sie ein Fremdwort.

    In dem Moment, wo ein Hund von Menschen mißhandelt wird und laufend gereizt, „scharf“ gemacht – da kann man sogar die angeblich so lammfrommen Retriever zu „Beiß-Hunden“ machen! und so ziemlich jeden anderen Hund auch – und das liegt ganz klar an den Menschen!

    Ganz liebe Grüße und Wünsche für dich, und liebe Krauler für Emma 🙂 🙂

    die Streunende 🙂

  3. Karl-Heinz sagt:

    Ulrike,
    eine derartige Entscheidung ist auch mir unverständlich, aber das mit den Pitbulls haben hier einige Städte eingeführt, sodass man mit den Pitbulls aus der Stadt rausziehen muss, da einige Kinder von Pitbulls gebissen worden sind – was natürlich auch andere Hunde tun können. Man kann doch nicht so einheitlich über eine Rasse von Hunden urteilen, da sie genauso wie Menschen unterschiedlich in ihrem Verhalten sind.
    Gruß Karl-Heinz

  4. Elke sagt:

    Und bei uns in Deutschland darf jeder Förster „streunende“ Katzen abknallen ohne sich verantworten zu müssen. Ist auch nicht viel besser.
    Lieben Gruß
    Elke

  5. sabine sagt:

    hallo,
    ein bisher stiller mitleser- muß mal schnell etwas wind aus den segeln nehmen….ich habe mir dieses jahr auch wegen solcher meldungen meinen hollandurlaub mit unserem hund im vorfeld total versauen lassen…und panische angst gehabt…. und es ist alles nur ein totales hochschaukeln im internet….in holland gibt es immernoch kampfhunde ganz öffentlich in den städten- erst gestern wieder in maastricht welche gesehen…..kann nur sagen- es wird total hochgespielt…..
    lg sabine

  6. Iris sagt:

    Das ist wirklich ein starkes Stück! Auch wenn die Geschichte ein bisschen aufgebauscht ist – riskieren kann man es ja wohl nicht, mit seinem Hund dorthin zu fahren.
    Ansonsten haben meine Vorschreiber(innen) schon alles gesagt – jeder Hund kann zu einem Beißer gemacht werden – das Problem ist der Mensch.
    Liebe Grüße von Iris

  7. Gertrud sagt:

    Da sind mir jetzt aber grad die Haare zu Berge gestanden! Das wäre ja verrückt, wenn dem tatsächlich so wäre. Es gibt neuerdings ein extra Wort für so hochgejubelte Medienthemen. Leider ist es mir wieder entfallen.
    Die Geschichte mit der Hühnereinstallung im Winter, wegen der Vogelgrippe gehörte auch dazu. Da war ich involviert, weil ich ein überdachtes Gehege für mehr als Fr. 1000.- erstellen lassen musste für meine 4 ZWERGHÜHNCHEN. Ich wusste immer, dass diese Verordnung nur mit histerie zu tun hatte. Jedenfalls im aktuellen Winter muss nicht mehr eingestallt werden. (bei uns in CH) Und meine 4 Hühnchen sind leider in der Zwischenzeit zum Fuchsmenü geworden.
    Seufz.

  8. Ulrike sagt:

    Gestern in „Tiere suchen ein Zuhause“ (WDR) wurde wieder drauf hingewiesen. Es wurde gesagt, dass im letzten Jahr ca. 500 Tiere beschlagnahmt wurden, von denen ca. 400 eingeschläfert wurden.
    Also *nur* hochgespielt kann es nicht sein …
    Vielleicht wird es von Bezirk zu Bezirk unterschiedlich streng gehandhabt, aber vorsichtig wäre ich auf jeden Fall, denn ich denke *schon*, dass da etwas dran ist.

Kommentare sind geschlossen.