Weiße Weihnacht?

Heute Morgen – der Blick aus unserem Esszimmer-Fenster:

Blick aus unserem Esszimmerfenster - 21. Dezember 2007

Mein Weihnachtsstern, den ich schon ein paar Jahre besitze und jeweils über den Sommer bringe, wird heute Morgen wohl mächtig gestaunt haben, als es in seinem Blickfeld vor dem Esszimmer-Fenster plötzlich ziemlich weiß aussah. Hoffentlich ist er nicht so sehr geschockt, dass es mit dem Austrieb der roten Blättchen NOCH länger dauert, denn so wie er jetzt ausschaut, wird man ihn vermutlich nicht „Weihnachts“-Stern nennen können, sondern vielleicht „HeiligeDreiKönige“- oder „Frühlings“-Stern.
Nun ja – mal abwarten.

Wenn es so weiter geht mit dem Raureif, muss es nicht mal schneien, um in unseren Gefilden weiße Weihnachten zu haben. 😉

Apropos „Weihnachten“:
Für mich ist das ja eher ein „Winterfest“, denn mit den Inhalten, auf die sich dieses Fest für die christlichen Religionen bezieht, hab ich nicht wirklich noch etwas am Hut – obwohl ich während meiner aktiven Zeit im Schuldienst auch mal die Fakultas für evgl. Religion hatte und ausgebildete Katechetin bin.
Nein, mittlerweile halte ich alle Religionen für Märchenkram, für ein Relikt aus der Steinzeit, in der man sich viele Dinge noch nicht rational erklären konnte und nach dem Sinn für das eigene Leben suchte. Deshalb finde ich es ja so tragisch, dass im Kampf um die sogenannte „Glaubens-Wahrheit“ (wobei der erste Begriff dem zweiten ja schon widerspricht) über die Jahrhunderte hinweg so unendlich viel Blut geflossen ist, und ich hoffe doch, dass die Menschheit eines Tages aus den Kinderschuhen heraus wächst, Werte wie Mitgefühl, Liebe zu anderen Lebewesen dieses Planeten (und zwar nicht nur zu Menschen!) , Teilen-Können, Hilfsbereitschaft, Gerechtigkeitsempfinden etc. allein aus dem eigenen Inneren kommen, und dass man dafür kein „Gebot“ von einem Übervater-Wesen, das man „Gott“ nennt, mehr braucht.
Ich denke, man kann in seinem Leben auch Sinn erkennen – ohne sich dabei von etwas „Höherem“ abhängig zu machen.  Und eine Kirche habe ich schon lange nicht mehr von innen gesehen. Diese Institution ist für mich in seiner teilweise höchst brutalen Geschichte immer schon ein machtgieriger Moloch gewesen, der heute noch einigen Menschen zwar inneren Halt und Trost geben mag, anderen jedoch in ihrer Entwicklung auch sehr geschadet hat (ich habe da aus meinem Umfeld ein paar schlimme Beispiele vor Augen!), Schuldgefühle vermittelt und Lebensrichtlinien vorgibt, die nicht für jedes Leben passen, aber die Menschen unkritisch und klein halten.
Da finde ich doch folgende Zeilen von Reinhard Mey aus seinem Song „Sei wachsam“ höchst treffend:
Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm:
Halt du sie dumm, – ich halt’ sie arm!

Trotzdem wünsche ich allen, die anders denken als ich, ein schönes Weihnachtsfest.

10 Gedanken zu „Weiße Weihnacht?

  1. derbaum sagt:

    mir geht es ähnlich – für mich ist auch die kommende nacht das fest des winters…

    aber trotz allem auch euch eine gute zeit unter den jahren und ruhige rauhnächte…

  2. shayanna sagt:

    endlich mal jemand, der meine gedanken teilt… ;o)
    aber das hatten wir ja schon einige male festgestellt.
    ich kann auch schon seit vielen jahren nichts mehr so richtig mit weihnachten anfangen und über das „wirken“ der vielen religionen brauchen wir nicht reden. wieviel leid passierte da seid der vergangenheit bis in die heutige zeit unter dem deckmäntelchen glaube und kirche.

    und so wünsche ich dir ein paar schöne heimelige tage mit mann und hund…
    sei lieb gegrüsst
    shayanna

  3. Agnes sagt:

    Ich wünsche Dir, und allen Menschen die Dir nahe stehen, ein friedliches Weihnachtsfest sowie einen guten Wechsel ins neue Jahr, und daß das Jahr 2008 Dir nur Gutes bringt.
    Frohe Feiertage

    Agnes

  4. Ludovika sagt:

    da schließe ich mich glatt an!
    und was ich in den vergangenen monaten erlebt habe durch gemeinstes mobbing durch eine pfarrerin, das geht auf keine evangelische oder sonstige kuhhaut mehr…man denke nur an die missionare, die glückliche eingeborene irgendwo aus ihren hängematten zum beten und büßen scheuchten….
    dir und deinen lieben wünsche ich schönes „abhängen“-
    Lu

  5. birgit sagt:

    auch mitmach
    leider werden es auf der anderen seite eher mehr
    derzeit scheint der wunsch dumm gemacht zu werden unwiderstehlich
    ein wunderschönes winterfest wünsch
    birgit

  6. Sunny sagt:

    Klasse geschrieben, liebe Ulrike. Und das Zitat aus R.M.s Song könnte treffender nicht sein.
    Dennoch wünsche ich dir und deinen Lieben von ganzem Herzen frohe Feiertage, gemütliche, ruhige Stunden, einen sanften Rutsch ins neue Jahr und für selbiges alles erdenklich Gute,

    mit lieben Grüßen von Sunny 🙂

  7. Sianna sagt:

    Liebe Ulrike,
    auch Dir gesgnete und lichtvolle Festtage, gemütliche, stressfreie Stunden im Kreise Deiner Lieben, einfach eine rundum schöne Zeit!
    Ganz liebe Grüße,
    Sianna

    P.S. Und ja… Bei „Unser Haus auf dem Lande“ muß ich dringend mal wieder was schreiben… Hab schon ein schlechtes Gewissen, daß ich das so sträflich vernachlässige!

  8. Eveline sagt:

    Liebe Ulrike,
    gut, dass du’s auch nicht so eng siehst, dann kommen meine Wünsche für ein paar schöne Feiertage nicht allzu spät.. 😉
    Es gibt mehrere, die so denken, man liest’s nur nicht so oft – ich stimme dir auch voll und ganz zu, wenn schon, dann sollte Weihnachten jeden Tag sein und da könnte so mancher von denen bei sich selbst anfangen…

    Vielen Dank für deinen Besuch, ich kann mir gut vorstellen, dass du bei dem Link lange hängen geblieben bist, ich musste mich auch (schon ein paarmal, frau geht ja wieder hin *g) gewaltsam losreissen, solche Seiten sind bei mir Stundenfresser……

    Da wir herrlichst mit Weisser Weihnacht gesegnet sind und noch dazu gar wunderbarst die Sonne scheint schwingen wir uns nochmal auf die Piste 😉

    Liebe Grüße, Eveline

  9. Ocean sagt:

    Guten Abend, liebe Ulrike 🙂 🙂

    auch an dieser Stelle möcht ich dir – mit einem Nasenstupser vom Monsterchen 😉 – noch ganz liebe Wünsche zu den Feiertagen hierlassen.

    Ich seh das ähnlich .. bin ja auch nicht in der Kirche, nicht getauft und nicht konfirmiert .. wobei ich mich schon für die biblische Geschichte interessiere – ich glaube, auf mich passt „Agnostiker“ am besten.

    Wirklich glücklich sein kann man, glaube ich, nicht, wenn man sich von etwas abhängig macht. Glück – der Sinn des Lebens … das besteht für mich darin, so viel Glück wie möglich zu vermitteln und zu fühlen. Nicht immer läßt sich das alles so umsetzen, wie man möchte – aber es geht so viel –

    und eine positive Sichtweise, und aufmerksames Hinschauen auf all die schönen Dinge, die das Leben für uns bereithält – und seien sie auch noch so „klein“ (was ist schon klein) – und die Möglichkeiten nutzen ..

    das ist es, was wir tun können .. ungewiß ist, was später folgt.

    Wie auch immer der einzelne es empfindet – das Wichtigste ist, dass er damit glücklich wird. Diese Zeit bedeutet für jeden etwas anderes .. aber auch viel Einkehr, Gedenken, bewußtes Erleben und Nachdenken.

    ich wünsche dir eine wunderschöne Zeit mit deinen Lieben 🙂 bis bald, wir lesen uns 🙂

    Ocean

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