Werbemüll im Briefkasten

Wir scheinen ein gutes Ranking zu haben, denn in unserem Briefkasten landet eine Menge Werbepost. Es ist also nicht so, dass man uns nichts verkaufen wollen würde, man hält uns offenbar für Kunden, die man gern zu den eigenen zählen würde. Unsere Wohngegend scheint zu stimmen, die Schufa-Einträge ebenfalls, die Altersgruppe und die Berufe auch, und was weiß ich, was die Firmen noch so alles in ihre Bewertung einbeziehen … – jedenfalls scheinen wir beim „Scoring“ recht gut abzuschneiden.

Glücklich macht uns die viele Werbepost nicht, aber wir gehen recht locker damit um, zumal sie auf den ersten Blick nur ein Entsorgungsproblem darstellt, denn in der Regel wandert sie ungeöffnet in den Papierkorb, und wir fragen uns ab und zu, weshalb die Unternehmen so viel Geld dafür ausgeben, Wegwerf-Post zu verschicken.

Andererseits fragen wir uns schon, woher die Absender eigentlich alle unsere Anschrift haben und wie unser Scoring wohl zustande gekommen sein mag …

Ja, und genau da beginnt das aktuelle Problem.

Eigentlich war es ja schon so gut wie sicher, dass unsere Politiker in einer neuen Verordnung festlegen, dass man – falls man mit der Weitergabe seiner Adressdaten einverstanden ist – in Zukunft ausdrücklich zustimmen muss. Nun jedoch scheinen die entsprechenden Lobbys wieder einmal ganze Arbeit zu leisten, drohen mit großen Arbeitsplatzverlusten etc. … man kennt das ja.

Mein „Freund“, der Herr Bosbach, setzt sich aktuell besonders engagiert dafür ein, dass man den Firmen doch weiterhin erlauben soll, die Daten der Bürger ohne Zustimmung abzugreifen und damit zu handeln. Er ist damit also wieder einmal auf der falschen Seite, nämlich nicht auf der der Bürger, die er mit ihren Interessen als Abgeordneter eigentlich zu vertreten hätte. In dem Punkt ist er sich mit den meisten seiner Fraktionskollegen von der CDU völlig einig.
Zitat:
Für viele Firmen wäre diese Regelung mit einem hohen Risiko verbunden. Es besteht die Gefahr, dass die Geschäftsmodelle ganzer Branchen ausgetrocknet werden.“

Aber der Herr Bosbach weiß ja auch beim Thema „Sterbehilfe“ ganz genau, was für die Menschen gut ist.
Ich glaube, er wäre in einer Diktatur besser aufgehoben, Demokratie kann er leider noch nicht so gut …

Ein Gedanke zu „Werbemüll im Briefkasten

  1. kalle sagt:

    Solange die T*elekom munter mit Adressen handelt, wird dein briefkasten nicht leer bleiben. Allerdings muss ich sagen, dass sich unser Werbemüll in Grenzen hält, und sich sogar die Verteiler an unsere Aufschrift „Bitte keine Werbung“ halten. Doch dies ist Glücksache, und gehört endlich gesetzlich geregelt!

    liebe grüsse Kalle

    kalles letzter Blogeintrag: Wahlversprechen

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