Wie Amerikas Präsidenten lügen

War made easy – Wie Amerikas Präsidenten lügen„, so hieß der Beitrag aus der Serie „Die Story“, den ich eben im WDR gesehen habe (eigentlich auch gestern Abend schon einmal in der ARD), aber das hab ich mir gern auch noch ein 2. Mal angeschaut.
5 Jahre ist es also schon wieder her, seit US-Amerika den Irak angegriffen hat. Mein Gott, wie schnell doch die Zeit vergeht …

Erinnerungen steigen in mir hoch – wie sehr haben wir uns in Foren mit den Kriegsbefürwortern gekloppt, mussten uns als „Weicheier“ bezeichnen lassen, die lieber hätten, dass der böse Sadam die Welt mit einem Atomkrieg überzieht und „friedliche“ Menschen mit Massenvernichtungswaffen dezimiert, als zuzulassen, dass das „gute“ US-Amerika, unsere Freunde, denen wir ach so dankbar sein müssten, weil sie uns damals ja schließlich von Hitler befreit haben, dem Bösen im Irak eins auf die Mütze gibt.
Zusätzlich dazu wurden wir von den Nachrichtensendern n-tv und N24 mit Dokumentationen über tolle neue Waffensysteme regelrecht „bombardiert“, um nur ja in Kriegsstimmung zu kommen …

Alles Lüge, worauf (auch) dieser Krieg wieder einmal basierte. Klar, dass die leidenschaftlichen Kriegsbefürworter von damals heute ganz klein mit Hut sind und inzwischen längst den Mund halten.
Aber für die Waffenindustrie, für die Ölmultis und viele andere Wirtschaftszweige, die immer von Kriegen profitieren und natürlich mit vielen Regierungen verbandelt sind, hat es sich gelohnt.

Obwohl die neuen Waffen ja so wunderbar exakt „arbeiten“ sollten und viele ganz verliebt in sie waren, mussten Hunderttausende unter schrecklichen Bedingungen durch sie sterben, und unter schrecklichen Bedingungen müssen die Überlebenden nun ihr Leben „danach“ fristen – immer in Angst, weil alles im Irak außer Kontrolle geraten ist und die Terroristen eine wundersame Vermehrung zu verzeichnen haben. Nix mit Dankbarkeit, Freude und Frieden.

Fazit: Glaubt KEINER Regierung auch nur ein einziges Wort, wenn sie anfängt, von der Möglichkeit eines Krieges zu faseln. Frieden und Demokratie wollen sie angeblich unterdrückten Völkern bringen. Glaubt es nicht! IMMER stehen ganz persönliche Bereicherungsgründe kleiner Cliquen und Lobbyisten im Hintergrund, von denen jedoch niemand spricht. Und auch die Medien sollten sich gehörig schämen. Unglaublich, wie sie damals die Kriegstreiber umarmt und sich für sie eingesetzt haben. Bin sicher, sie würden es wieder tun …

Hätte man doch zu allen Zeiten auf uns Kriegsgegner gehört.
Denn Krieg kann NIEMALS ein Mittel sein – ganz gleich zu welchem Zweck er geführt werden soll und geführt worden ist! Wie viel Leid hat die Gewalt vielen Menschen schon gebracht?!
Krieg ist barbarisch und wird es immer bleiben, auch wenn die Waffenindustrie angeblich noch so präzise, faszinierende, entzückende Waffen baut! Sie sind ein Milliardengeschäft, und nur DARUM geht es bei allen Kriegen dieser Welt: um bombig gute Geschäfte auf dem Rücken vieler Soldaten und (immer mehr!) Zivilisten! (Im Irak mittlerweile 90%!)

Und die USA sind ja nun wirklich nicht das Land, das irgendeinem anderen Land auf der Welt Frieden und Demokratie bringen könnte – geschweige denn (selbstlos) müsste. Dazu müsste man dort in den Administrations-Etagen erst einmal wissen, was Demokratie überhaupt ist …

4 Gedanken zu „Wie Amerikas Präsidenten lügen

  1. Agnes sagt:

    Ich glaube einen ehrlichen Politiker gibt es nirgendwo.
    Und wenn jemand zu Anfang ehrlich war, so wird er im Lauge der Regierungszeit zwangsläufig ein Sch….
    Das scheint so erforderlich zu sein.
    Politik ist ein schmutzigers Geschäft.
    Leider. So sollte es nicht sein.

  2. Johannes sagt:

    Hallo Agnes,
    bis auf Ausnahmen – ich denke da z.B. an Erhard Eppler – magst Du Recht zu haben und meine Politikverdrossenheit wird nur durch die Geldgier-Mentalität einiger Manager überboten.
    Aber unsere Politiker, das sind auch wir.
    Sie repräsentieren unsere Gesellschaft.
    Auch diese Zumwinkels – das sind wir.
    Obwohl immer etwas in mir gerne mitzetert: Wir sollten das nicht tun, auf sie Steine zu werfen, genauer: Ich möchte es möglichst nicht mehr tun. – Die Politiker und Manager werden dadurch nicht besser. Wir im Übrigen auch nicht.
    Vielleicht ist es besser, ihnen zu sagen:
    „So, wie Du Dich gibst, bist Du nicht. Komm zu Dir.“
    Wer weiß, vielleicht sieht dann George Bush irgendwann ein, dass er nicht als Präsident Amerikas in den Krieg gezogen ist, sondern als 12-jähriger Sohn, der er immer wieder ist und der seinem Vater beweisen wollte, wie toll er ist.
    Deshalb womöglich mussten bisher über 4000 Söhne allein seines Landes sterben.

  3. Sille sagt:

    Hallo Johannes,
    schön wär’s ja. Aber ich fürchte so gut sind die Menschen nun mal nicht. Korruption und Machtgier sind vor allem da oben sehr ansteckend. Das gilt beim Ami ebenso wie hierzulande. Und möglicherweise anfangs mal vorhandengewesene Ideale kehren nicht wieder, wenn sie erstmal vergessen wurden.
    Im Übrigen glaube ich nicht, dass ich mich mit dem einen oder anderen Politiker identifizieren muss. Warum sollte ich? Ich kann mir gut eine eigene Meinung bilden und will mich auch nicht vom anbiedernden „Du bist Deutschland!“-Geschwafel einlullen lassen. Lieber wach bleiben und auch die anderen Töne hören, die’s sehr wohl gibt.

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