Winter-Schenkefest

Nach wie vor – und wie auch schon im letzten Jahr gesagt – betrachten wir, der Michi-Mann und ich – das Weihnachtsfest ja eher als Winter-Schenke-Fest. Mit der im TV momentan gern und oft dargestellten Betriebsamkeit in den Städten – sicher, um das Weihnachtsgeschäft anzukurbeln – haben wir nichts mehr am Hut, genauso wenig wie mit dem Aberglauben-Quatsch, der sich darum rankt. Geschenke gibt es einfach nicht – für niemanden. Jedenfalls nicht zu diesem kirchlich verordneten und vom Staat/von der Wirtschaft kräftig unterstützten Schenkefest.
Die Kinder in der Familie sind mittlerweile groß und realistisch, und die Erwachsenen bekommen dann etwas, wenn sie es brauchen, oder wenn wir jemandem einfach mal eine Freude machen wollen.

Wir schenken nur, wenn wir das wirklich wollen, und dabei kommt es nicht auf die Jahreszeit oder bestimmte Feste an. Nee, wir tragen ganz bestimmt nicht zum Weihnachtsgeschäft bei.

Ich kann euch sagen, das ist sowas von entspannend – nachdem wir viele Jahre lang im Strom mitgeschwommen sind und ebenso hektisch im Weihnachts-Einkaufs-Stress waren … 😉

9 Gedanken zu „Winter-Schenkefest

  1. Heike sagt:

    Hallo Ulrike,
    wieso „Weihnachts-Einkaufs-Stress“? Gibts sowas? Bei uns nicht.
    Also ohne Weihnachten im Jahr würde mir was fehlen. Die Welt hält den Atem an, sie ist ganz leise, scheint sich nicht mehr zu drehn, alles ruht aus, macht Pause, ich liebe dann die Zeit in „meiner“ Kirche. (aber auch zu anderen Jahreszeiten)
    Naja, die Geschenke sind doch Nebensache … nur für die Kinder ist es wichtig. ;o)

    lg – Heike

  2. Ulinne sagt:

    Hallo Heike,
    die Ruhe zwischen den Jahren finde ich ja auch sehr schön, und ich gönne jedem „seine“ Kirche, wenn das für jemanden von wichtiger Bedeutung und mit Sinn erfüllt ist (jeder muss natürlich glauben können, was er will), aber ich selbst kann nun mal den Hintergrund für das „Weihnachtsfest“ (nämlich die Geburt Jesu, angeblich „Sohn“ Gottes – in tausend Jahren werden die Menschen darüber genauso amüsiert lächeln wie über die Götter der Inkas) selbst als frühere Religionslehrerin heute nicht mehr nachvollziehen. Ich glaube einfach nicht mehr, dass es einen „Gott“ gibt, sehe das Ganze als ein menschliches Konstrukt – schon von Urzeiten an – als Erklärung für Naturphänomene und auf der Suche nach einem tieferen Sinn des Lebens.
    Ja, und deshalb bin ich gleich nach meiner Frühpensionierung – konsequenterweise – auch aus der Kirche ausgetreten. Sie ist für mich nichts weiter als ein Machtapparat, der durch die Kindstaufe Menschen ohne deren ausdrücklichen Willen in die Zwangsmitgliedschaft zwingt, der jahrhundertelang Menschen gemordet (Hexenverbrennungen), unterdrückt, geängstigt, eingeschüchtert hat, das teilweise heute noch immer tut (siehe Kondom-Verbot z.B.) und damit Unsägliches anrichtet.
    Die Sendereihe „Die Deutschen“ im ZDF hat u.a. auch die Macht-Rolle der Kirche mal wieder sehr schön deutlich gemacht, finde ich.

    LG – Ulrike

  3. Sonia sagt:

    wie ich deine klaren worte schätze, liebe ulrike!
    und schau mal, was der engelbert von somalia schreibt- und sowieso- wie kann jemand nach auschwitz noch glauben?
    glauben tu ich auch, aber nicht das kirchenzeugs…habe mein privatmarterl:-)

  4. Ocean sagt:

    Guten Abend, liebe Ulrike 🙂

    aus dem von dir beschriebenen Grund bin ich nicht getauft worden. Mein Vater wollte, daß ich das später mal selber entscheide, wenn ich begreife, um was es geht.

    Somit bin ich weder getauft, noch konfirmiert, und aus der Kirche ausgetreten. Wem ich was spende, entscheide ich lieber selber *g*

    Muß man, um zu einer solchen Erkenntnis zu kommen, eigentlich Religionslehrer sein??? *gggg*

    (Mein Vater war auch Reli-Lehrer .. evangelisch. Mittlerweile hat er seine ganz eigene Art Glauben und fühlt sich vorwiegend zum Buddhismus hingezogen – und die katholische Kirche, die ja wesentlich drastischer drauf ist, als die evangelische, lehnt er radikal ab)

    Ich hasse die Kirche jetzt nicht komplett – sehe auch die guten Seiten, das definitiv vorhandene soziale Engagement der Mitglieder, und einfach die Vermittlung einer Botschaft von Menschlichkeit und Füreinander-Da-Sein – vorausgesetzt, es sind die richtigen Menschen dabei zugange.

    Natürlich gibt’s den Machtapparat und die schwachsinnigen Vorschriften und Gängeleien. Lehne ich hundertpro ab.

    Aber es gibt eben auch die kleineren ebenfalls der Kirche zugehörigen Gruppen, die wirklich ganz viel Gutes tun und Menschen helfen. Das fängt schon mit der Jungschar etc. an. Ich erinner mich noch, wie wir als Kinder in der Adventszeit Adventssingen waren bei den älteren und bettlägerigen Menschen im Dorf. Die haben sich so darüber gefreut – und DAS zum Beispiel ist für mich eine sinnvolle Ausübung von Religion. Wie immer – es kommt auf die Menschen an, die das praktizieren.

    Und guck mal zu anderen Religionen. Wenn ich mir gewisse Dinge im Islam anschaue – die heutzutage noch praktiziert werden – Glaubensauslegungen, Koran-Interpretationen, die m.E. menschenfeindlich und grundgesetzwidrig sind und verboten gehören zumindest in Deutschland – aber da kommt dann die Religionsfreiheit zum Zuge .. nee.

    Ich sag ganz ehrlich – und auf die Gefahr hin, hier von irgendwem zerlegt zu werden: Ich hab keinen Bock auf eine Islamisierung irgendwann. Nur rein theoretisch gesprochen. Da müßte ich mich dann auf jeden Fall auf die Seite des Christentums schlagen. Aus reinem Selbstschutz. Und das hat NICHTS mit pauschaler Feindlichkeit gegenüber anderen Religionen oder Kulturen zu tun.

    Aber das ist alles Meinungssache – und jedem die seine, völlig okay 🙂 🙂

    Weihnachten .. Kitschgedöns, Geschenkekaufmarathon, Hektik, Panik. Muss doch nicht sein, oder?

    Besinnlichkeit, Ruhe .. das ist was Feines. Und solche Feiertage sind naturgemäß geeignet, das zu zelebrieren. Jeder wie er mag – aber dazu muss ich nicht auf Kommando schenken. Wir handhaben das mit dem Schenken genauso.

    Liebe Grüsse an dich und vom Baseballcap-Monsterchen ein Nasenstupser zu Emma 😉

    Ocean

  5. Ulinne sagt:

    @Sonia:
    Das hab ich hier in meinem Blog doch auch schon als Thema gehabt:
    http://www.tage-wie-diese.de/wptwd/?p=461

    @Ocean:
    Ich reiche deinem Vater die Hand. 😉
    Auf „Islamisierung“ hier hab ich auch keinen Bock, ich hab auf GAR KEINE Religion Bock.
    Gutes kann man – wie ich finde – auch einfach als Mensch tun, da brauchts für mich keinen religiösen Hintergrund. Mitmenschlichkeit, Mitgefühl, Hilfsbereitschaft – DAS brauchts. Meinetwegen auch humanistische Organisationen, die sich extra zu diesem Zweck zusammengeschlossen haben und ihr gutes Werk an den Mitmenschen tun. Aber nicht unbedingt unter dem Dach einer Religion – ganz egal welcher – als Insitution.
    Wieviel Kriege und Gewalt hat es um das Thema Religion in der Geschichte der Menschheit schon gegeben? Dabei gings vermutlich nicht mal so sehr um die Religionen an sich, sondern um Macht.
    Das ist einfach nur traurig …

  6. Elke sagt:

    Uns geht es ähnlich. Allerdings habe ich neulich großen Protest bei meinen Jungs geerntet (22 und fast 26 Jahre), als ich fragte, wann man denn wohl beim Nachwuchs mit den Weihnachtsgeschenken mal aufhört *lach*. Na ja, es geht letzten Endes um Zuschuss für Urlaubskasse und Co, aber sonst haben wir mit dem ganzen Rummel auch nichts mehr am Hut. Enkel gibt es ja (noch) keine.
    Liebe Grüße
    Elke

  7. Ulinne sagt:

    Sowas wie Zuschuss zur Urlaubskasse etc. wird man als Eltern seinen Kindern ja eh zukommen lassen – so man kann, Elke, das kann ja ganz unabhängig von diesem Schenke-Fest geschehen.

    Aber bei den zukünftigen Enkeln (ich wollte erst „Engeln“ schreiben – hoffentlich stimmts, wenn es mal so weit ist … *g*) dürfte es dann wohl wieder von vorn losgehen … 😉
    Bei kleinen Kindern sehe ich das Ganze natürlich auch wieder differenzierter. Wäre ja tragisch, wenn die im Kindergarten oder später in der Schule nach den W-Ferien nichts von „Weihnachtsgeschenken“ erzählen könnten. Nee, sowas darf man den Kleinen nicht antun.

    Gruß – Ulrike

  8. april sagt:

    Ich bin auch mehr als froh, dass wir mit dem ganzen Geschenkestress nichts mehr zu tun haben. Im Grunde genommen haben doch viele alles, was man braucht. Und manche ‚Sachen‘ kann man sowieso nicht mit Geld kaufen. Früher als die Kinder klein waren, musste ich nicht nur die Geschenke von uns, sondern auch noch für die Schwiegereltern die Geschenke für die Kinder kaufen. War das ein Stress! (Jetzt gibt es immer nur eine winzige Kleinigkeit für jeden, etwas, was ich sowieso schon in meinem Geschenkevorrat habe.

  9. Ulinne sagt:

    Ich glaube, wir stehen mit dieser Einstellung nicht allein, Ingrid. Und der Handel wirds wohl merken …
    Liebe Wochenendgrüße – Ulrike

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